HENSOLDT

innovationen

Flugtaxis
autonom
und sicher

Digitales Radar
erkennen und identifizieren

Gedruckte Elektronik
die Revolution
im Labor

HENSOLDT Ventures
innovativ und erfolgreich

Energie
immer und überall

Kalætron
erkennen und warnen

Chip-Fertigung
klein und kleiner

Flugtaxis – kaum ein Begriff beflügelt derzeit die Phantasie von potentiellen Nutzern wie Herstellern und Betreibern so sehr wie dieser. Bei HENSOLDT arbeitet man bereits an deren sicherem Betrieb mit Autopiloten, Bodenstationen und Radaren.

Schon heute entfliehen einige wenige, die es sich leisten können, mit Helikoptern dem Verkehrschaos auf den Straßen. Wenn es nach dem Willen von Flugtaxi-Diensten geht, soll das in naher Zukunft „für jeden“ möglich sein. Erste Jungfernflüge haben bereits aufmerksamkeitswirksam stattgefunden. Schon bald soll in Städten wie Dubai, Los Angeles, Dallas oder Singapur ein erster Probebetrieb starten. Anfangs noch mit Piloten an Bord, dann aber – so die Planung – ab Mitte der 2020er Jahre auch autonom. Rund 3.000 Flugtaxis prognostizieren Studien bis dahin, bis 2030 soll deren Zahl auf über 12.000 steigen.

Dann soll der sogenannte Urban-Air-Mobility-Markt als eines der vielversprechendsten Geschäftsfelder der Zukunft rund 8 Milliarden Dollar wert sein. HENSOLDT will an diesem Markt partizipieren und sich langfristig als Ausstatter von kommerziellen Luftfahrzeugen etablieren.

Rahmenbedingungen schaffen

Von Airbus über Autohersteller wie Daimler und Audi bis hin zum Fahrdienstvermittler Uber und zahlreichen Start-ups arbeiten derzeit verschiedenste Unternehmen an technischen und organisatorischen Konzepten für den Flug-Individualverkehr der Zukunft. Parallel dazu erforscht die von der Europäischen Kommission unterstützte Initiative „Urban Air Mobility“ in Studien und Modellversuchen die möglichen Einsatzgebiete sowie die Rahmenbedingungen. In verschiedenen Arbeitsgruppen sollen dabei unter Leitung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) auch die noch ausstehenden Regularien definiert werden, die für einen sicheren Flugbetrieb notwendig sein werden. Ebenso müssen die für eine Zulassung der zukünftigen Flugtaxis geforderten Lufttüchtigkeitsnormen festgelegt werden.

Mit dabei, neben den bereits genannten Unternehmen, dem deutschen Verkehrsministerium und den Flugsicherungsbehörden: HENSOLDT mit seiner großen Luftfahrt-Erfahrung im Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich.

Lösungen präsentieren

Die Herausforderungen, die sich dabei stellen, sind enorm. Sie reichen von dem regulatorischen Rahmen für die zukünftigen VTOL (vertikale Start- und Landeflugzeuge) über die Festlegung der Routen in den Städten und Regionen bis hin zu den vielen technischen Lösungen, die für einen autonomen Flugbetrieb unabdingbar sind.

Für HENSOLDT ergibt sich dabei das Potential, in gleich mehreren Bereichen aktiv teilzunehmen. Schon heute liefert das Unternehmen erste Bodensysteme, die eine Überwachung und Steuerung von unbemannten Flugobjekten und die Kontrolle ihrer Routen erlauben. Denn Drohnen können nicht mit dem Tower kommunizieren. Anders als bemannte Flugzeuge verhalten sie sich – wie es im Fachjargon heißt – „nicht kooperativ“.

Darüber hinaus investiert HENSOLDT in eine spezielle Version seines bewährten Detect-&-Avoid-Radarsystems. Durch das Zusammenspiel verschiedenster Sensoren soll es die für einen sicheren und kollisionsfreien, autonomen Flugbetrieb notwendigen Daten liefern. Erste erfolgreiche Flugtests an Bord einer Do 228 haben bereits stattgefunden.

Für HENSOLDT steht damit die Tür zur Zukunft des autonomen Fliegens nicht nur weit offen, das Unternehmen hat bereits seine ersten Schritte durch diese Tür erfolgreich zurückgelegt.

Der Traum vom autonomen Fliegen

Unter dem Titel „Sensor Fusion“ entwickelt HENSOLDT eine spezielle Version seines Detect-&-Avoid-Radars für den autonomen Flugbetrieb. Dort fließen die Daten von verschiedenen Sensoren zusammen und stellen dadurch die Umgebung des Flugzeugs so realistisch dar, dass es im ersten Schritt von nur einem Piloten geflogen werden kann. Schon heute ist dieses System sowohl bei der Reichweite als auch bei der Erkennungsleistung und Genauigkeit dem menschlichen Auge weit überlegen.

Im nächsten Schritt wird ein Pilot das Flugzeug dann anhand dieser Daten auch vom Boden aus steuern oder kontrollierend eingreifen können. Und bereits in wenigen Jahren sollen die Daten dieser Systeme die Basis für eine komplett autonome Steuerung per Autopilot bilden – vom Start bis zur Landung.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat ein Technologie-Demonstrator des neuen HENSOLDT-Radars seine Leistungsfähigkeit bereits in ausgedehnten Boden- und Flugtests unter Beweis gestellt.

Radarsysteme zählen traditionell zum Kerngeschäft von HENSOLDT. Auch beim nächsten großen Schritt hin zum vollständig digitalen Radar der Zukunft steht das Unternehmen in der ersten Reihe.

Der weltweite Markt für Radarsysteme hat in den vergangenen Jahrzehnten einen bedeutenden Paradigmenwechsel von mechanisch scannenden (M-Scan) Radaren zu elektronisch scannenden (E-Scan) Radaren durchlebt. Mit deutlich verbesserter Sensorleistung gilt die Technologie heute als „State of the Art“ und kommt beispielsweise in der jüngsten Generation des Eurofighter-Radars CAPTOR-E von HENSOLDT zum Einsatz.

Doch die fortschreitende Digitalisierung macht auch vor der Radartechnologie nicht halt. Beim digitalen Radar der Zukunft verschieben sich die Grenzen der analogen Signal-Verarbeitung immer weiter in Richtung einer digitalen Verarbeitung. Die Digitalisierung der analogen Signale rückt bildlich gesprochen immer näher an die Antenne. Die Technologie dahinter ist hochkomplex und die Resultate sind mehr als beeindruckend. Das belegen die aktuellen digitalen Radare von HENSOLDT schon heute.

Freund und Feind im Blick

Digitale Radarsysteme von HENSOLDT vereinen modellabhängig am Boden, zu Wasser und in der Luft eine Vielzahl innovativer Technologien für bestmögliche Ergebnisse. Sie kombinieren passive und aktive Überwachung für bessere Leistung, können gleichzeitig als Störsender fungieren, zeichnen sich durch hohe Zuverlässigkeit aus und bündeln Sender und Empfänger in einem Modul. Ihre automatisierte Zielerkennung und Klassifizierung können individuell an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst, ihre Daten flexibel mit anderen Systemen ausgetauscht werden.

So ermöglichen die neuen luftgestützten Multi-Missions-Überwachungsradare der PrecISR-Familie eine großflächige und zeitgleiche Überwachung von Boden, See und Luftraum mit ultrahochauflösender Bildgebung. Die derzeit in Entwicklung befindlichen Fighter-Radare werden Piloten so frühzeitig wie nie zuvor automatisch vor Bedrohungen warnen und eine Erfassung selbst kleinster und weit entfernter Ziele ermöglichen. Zudem ermöglicht die Digitalisierung die Trennung von Sender und Empfänger, bei der beispielsweise ein Flugzeug die Radarsignale aussendet und eine Bodenstation sie empfängt. So bleibt die Bodenstation passiv und damit unerkennbar, während gleichzeitig die Erkennungsrate steigt – bis hin zur Identifizierung von Stealth-Flugzeugen.

Zu Land belegt das 2019 vorgestellte TRML-4D eindrucksvoll die Möglichkeiten der neuen Technologien. Dank digitaler Signalverarbeitung kann das Multifunktionsradar 1.500 Ziele in einem Radius von bis zu 110 Kilometern gleichzeitig verfolgen und selbst Gegenstände identifizieren, die nur einen Quadratzentimeter groß sind. Mit integrierter Freund-Feind-Erkennung liefert es bereits mit einer Umdrehung der Antennen verlässliche Aussagen und festigt so die Position von HENSOLDT als Vorreiter bei dieser Technologie. Schon 2020 werden auch Bodenvarianten dieses innovativen Radars verfügbar sein.

Digital senden und empfangen

Dabei halten die Entwicklungen der Zukunft zahlreiche Herausforderungen bereit. Neben neuen Bedrohungen durch beispielsweise immer kleiner werdende Drohnen oder Drohnenschwärme zählen dazu auch die durch Mobilfunk und deren kommende 5G-Erweiterung immer dichter werdenden Signalspektren, die eine Kategorisierung der aufgefangenen Signale zusätzlich erschweren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Kunden an Reichweite, Auflösung, Schnelligkeit, Zielgenauigkeit und -verfolgung der Radarsysteme.

Und die nächste Stufe der Digitalisierung steht bereits in den Startlöchern. Bei den volldigitalen Radargeräten der Zukunft sollen die analogen Radarsignale bereits in der Antenne für jeden einzelnen Kanal beim Senden (und dann auch beim Empfangen) in digitale umgewandelt werden. Dazu bedarf es maßgeblicher Erfahrung in der Hochfrequenztechnik und Entwicklung von Algorithmen zur Signalverarbeitung. Als wahrscheinlich eines von wenigen Unternehmen weltweit verfügt HENSOLDT über diese Erfahrung und treibt die Entwicklung seiner Radare hin zum „Software-defined Radar“ an vorderster Front voran.

Der 3D-Druck wird die Entwicklung und Produktion revolutionieren. Davon ist man überzeugt bei HENSOLDT und investiert in die Entwicklung von neuen Verfahren, mit denen elektronische Komponenten gedruckt werden können.

Beim 3D-Druck wird das Material Schicht für Schicht aufgetragen, anstatt es – wie bisher üblich – durch Bohren, Fräsen oder Ätzen abzutragen. So werden neue Formen möglich, es entstehen weniger Abfälle und Teile können oftmals günstiger und vor Ort gefertigt werden. Gleichzeitig hält mit dem 3D-Druck eine weitere Stufe der Digitalisierung Einzug in die Produktion. Neben der flexiblen Massenfertigung können im 3D-Drucker datengestützt auch kleinere Serien bis hin zu individualisierten Einzelstücken effizient produziert werden.

Schon seit 2008 nutzt HENSOLDT darum den 3D-Druck sowohl im Kunststoff- wie auch im Metallbereich. Am Bildschirm entstehen beispielsweise Kühlstrukturen zur Kühlung eines Radarsenders, die so auf herkömmliche Weise gar nicht hergestellt werden könnten – für den 3D-Drucker kein Problem. Aus Aluminium werden die Kühlstrukturen so Schicht um Schicht gedruckt. Dabei können auf der Innenseite komplex strukturierte Hohlräume geschaffen werden, die konventionell nicht realisierbar wären. Durch den 3D-Druck werden Bauteile nicht nur kompakter und leichter, sondern können gleichzeitig mehrere Funktionen, wie beispielsweise Kühlung und elektromagnetische Abschirmung, erfüllen.

Vom Leiterplatten-Walzwerk zum 3D-Elektronik-Druck

Inzwischen läuft weltweit die Entwicklung des 3D-Drucks von Schaltungsträgern und anderen Komponenten auf Hochtouren. Als Pionier gilt dabei das israelische Unternehmen Nano Dimension, seit mehreren Jahren enger Partner von HENSOLDT. Gemeinsam stellte man so im Sommer 2019 erstmals das neue „DragonFly LDM“ vor. Mit dem DragonFly-System können z.B. Multilayer-Leiterplatten, Antennen und Koaxialleitungen gedruckt werden. Das neue LDM-Modell arbeitet rund um die Uhr und ermöglicht so auch die vollautomatische Herstellung selbst kleinerer Stückzahlen und individueller Einzelstücke im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht.

Durch den Einsatz des 3D-Drucks ergeben sich für HENSOLDT im Hinblick auf die in allen Produktlinien verbaute Hochleistungselektronik gleich mehrere Vorteile: So ist es möglich, die Komplexität elektronischer Schaltungen insbesondere in der Hochfrequenztechnologie zu steigern, ihre Integrationsdichte zu erhöhen und spezielle Kundenwünsche einfacher zu erfüllen.

Investition in die Zukunft

Noch ist vieles davon Zukunftsmusik. Doch während es von der Gutenberg-Bibel bis zum farbigen Laserdruck rund ein halbes Jahrtausend dauerte, werden die Entwicklungsschritte beim 3D-Druck eher in Monaten denn in Jahren gemessen. Laut der Vorhersage von Spezialisten werde der 3D-Druck bereits in einigen Jahren mit neuen Techniken unabhängig von Zeit, Ort und Lieferanten zuverlässig Elektronik von Koaxialkabeln bis hin zu hochkomplexen Schaltungen liefern.

Abhängig vom Stand der Materialentwicklung und den Anforderungen der Kunden eröffnen sich für HENSOLDT daraus Möglichkeiten, die die gesamte Fertigung revolutionieren. Und wie bei vielem anderen gilt auch hier: Wer heute nicht an morgen denkt, wird übermorgen abgehängt.

Gemeinsam stark

HENSOLDT erprobt den DragonFly-3D-Druck elektronischer Komponenten bereits seit 2016. Gemeinsam mit dessen Hersteller Nano Dimension konnten so praktische Erfahrungen in der Herstellung von mehrschichtigen Leiterplatten gesammelt werden. Das neue LDM-System reduziert dabei den Zeit- und Kostenaufwand erheblich und steigert die Freiheitsgrade in der Entwicklung. So können Leiterplatten mit ihm um bis zu 40 Prozent schneller als durch konventionelle Methoden hergestellt und zudem dreidimensional genutzt werden. HENSOLDT nahm an der gemeinsamen LDM-Kampagne teil und produzierte Referenz-Leiterplatten, mit denen die Vorteile des neuen LDM-Systems demonstriert wurden. LDM steht dabei für „Lights-out Digital Manufacturing“, weil das System rund um die Uhr ohne menschliche Überwachung automatisch produzieren kann.

HENSOLDT Ventures, 2018 gegründet, hat das Innovationstempo des Unternehmens nachhaltig gesteigert. Überragende Erfolge der drei Segmente Cyber Security, Analytics und Robotics legen die Basis für weiteres Wachstum.

Innovationskraft, Kreativität und Ideenreichtum zählen zu den Kernkompetenzen von HENSOLDT. In der HENSOLDT Ventures wurde der Prozess von der Idee zum fertigen Produkt neu definiert. Heute in drei Segmente unterteilt, schlägt sich dies inzwischen in gewinnbringenden neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen nieder. HENSOLDT Ventures ist zum Teil der Unternehmenskultur geworden und beeinflusst diese nachhaltig mit neuem Start-up-Flair.

Cyber Security – dem Hacker keine Chance

Fast 30 Mitarbeiter umfasst inzwischen das intern aufgrund seines Durchschnittsalters von nur knapp über 30 Jahren auch „die jungen Wilden“ genannte Team der HENSOLDT Cyber. Von namhaften anderen Hightech-Unternehmen – auch aus dem Silicon Valley – abgeworben, konzentrieren sie sich auf einen der wichtigsten Zukunftsbereiche: den Schutz des immer digitaler werdenden vernetzten Umfelds vor den gefürchteten Hacker-Angriffen.

2019 feierten „die jungen Wilden“ ihren ersten Top-Erfolg. Das von ihnen entwickelte Betriebssystem mit einem sicheren Prozessor ist als vermutlich einziger weltweit mathematisch so verifiziert, dass nachweisbar keine Fehler in der Software enthalten sind. Klassische Angriffe von außen verfehlen damit ihr Ziel. Im Verteidigungsbereich können die Software und Hardware in bestehende HENSOLDT-Produkte wie Radare oder Kameras eingesetzt werden. Darüber hinaus ergeben sich aber auch im kommerziellen Bereich der Industrie 4.0 zahllose Anwendungen. Erste Kundenprojekte im Industrieumfeld haben bereits begonnen. 2020 sollen die Serienreife erreicht und die Markteinführung durch verstärkte Vertriebsaktivitäten unterstützt werden.

Analytics – Schutz von Menschen und Material

Daten gelten als das Öl des 21. Jahrhunderts. Doch wie bei Öl durch Raffinieren entsteht auch bei Daten der eigentliche Wert erst durch ihre Verarbeitung. Diese Fusion und Analyse von Daten übernimmt bei HENSOLDT nun ebenfalls der Bereich Ventures. Grundlage hierfür bildet der Zukauf eines auf Open Source Intelligence spezialisierten Unternehmens.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Potential: Durch die vollautomatische Analyse der Daten örtlicher Radarstationen mithilfe künstlicher Intelligenz können lokale Gefahrenquellen erkannt und graphisch dargestellt werden. Entsprechend kommt eine solche Technologie bei der Planung von Streitkräften zur Anwendung und senkt das Einsatzrisiko maßgeblich. Gemeinsam mit auch in andere HENSOLDT-Produkte integrierte Technologien wie der automatischen Spracherkennung oder der automatischen, datengestützten Einschätzung des Gefechtsfelds können Daten so entscheidend zum Schutz von Menschen und Material beitragen.

Diese Technologie findet jedoch nicht nur im militärischen Umfeld Gebrauch, sondern kann auch vielseitig bei anderen Behörden, in der Industrie und in anderen Geschäftsbereichen zur Vorhersage und Analyse des gegenwärtigen Geschehens eingesetzt werden.

Robotics – Erkennen und Einfangen

Zu den erfolgreichsten – 2019 auf dem Markt eingeführten – Entwicklungen von HENSOLDT Ventures zählt das Drohnendetektions- und -abwehrsystem Xpeller. Die modulare Xpeller-Produktfamilie kann gemäß den operativen Anforderungen der unterschiedlichen Anwender konfiguriert werden. Im Jahr 2019 konnten alle Sensorkonfigurationen des Xpeller-Baukastens durch Nutzer einsatzerprobt werden. Dazu zählen der Schutz von High-Profi le-Events in Deutschland und Frankreich, aber auch der Einsatz an Flughäfen wie beispielsweise Gatwick und Edinburgh, sowie die Verwendung durch Sicherheitskräfte innerhalb und außerhalb Europas.

Um weiterhin neue Funktionen – resultierend aus der Einsatzerfahrung der Anwender und der sich fortlaufend weiterentwickelnden Drohnentechnologie – aber auch Systemelemente wie die der automatischen Datenanalyse, der Multisensor-Datenfusion und der künstlichen Intelligenz kontinuierlich zu verbessern und zu revolutionieren, verbleibt die Xpeller-Familie auch 2020 im Bereich HENSOLDT Ventures.

Als wegweisende Gegenmaßnahme, im Besonderen auch für den Einsatz an Flughäfen, arbeitet das Team um Xpeller an der Entwicklung und Systemintegration einer Abfangdrohne. Die Kombination aus Onboard-Sensorik, Autopilot und künstlicher Intelligenz ermöglicht der Drohne im Xpeller-Systemverbund das Heranfliegen an und Abfangen von unkooperativen Drohnen. Mittels eines Netzwerfers können Drohnen eingefangen, transportiert und zur Nachweisführung bzw. forensischen Untersuchung an einem sicheren Ort abgelassen werden.

Durch die Variabilität in den Payloads kann die Drohne auch jenseits von Xpeller in anderen Anwendungsfeldern eingesetzt werden. So beispielsweise zur optischen Überwachung von Industrieanlagen mittels Optronik oder mobilen polizeilichen Funkaufklärung durch RF-Detektoren.

So ist HENSOLDT Ventures für den weiteren Erfolg ideal positioniert. Nur ein Jahr nach der Gründung konnte das Team bereits 2019 einen Auftragseingang im zweistelligen Millionenbereich erzielen und soll auch 2020 weiter ausgebaut werden. Denn von HENSOLDT Ventures profitieren alle Bereiche des Unternehmens.

Lösungen für die Speicherung von regenerativem Strom auf Wasserstoffbasis zählen zu den Kernkompetenzen des neuen HENSOLDT-Unternehmens NEXEYA. Das eröffnet sowohl im Verteidigungs-, als auch im Nicht-Verteidigungsbereich vielfältige Einsatz- und damit Geschäftsmöglichkeiten.

Die nicht konstante Verfügbarkeit fluktuierender erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft zählt zu den großen Herausforderungen der Energiewende. Mit seinen Energieumwandlungs- und Speicherlösungen auf Wasserstoffbasis bietet NEXEYA ein hochflexibles Produkt. Dabei wird mit dem aus erneuerbaren Energien stammenden Strom aus Wasser mit Hilfe eines Elektrolyseurs Wasserstoff erzeugt – CO2-neutral und umweltfreundlich. Dieser Wasserstoff kann gelagert, vor Ort wieder umgewandelt oder über transportierbare – beispielsweise in Containern installierte – Spezialtanks zur Rückumwandlung und Nutzung verteilt werden.

Verteidigungsanwendungen

Gerade in schwer zugänglichen Gebieten kann die konstante Energieversorgung von beispielsweise Bodenstationen oder Radaranlagen schnell zum Problem werden. Mit den transportierbaren Anlagen von NEXEYA heißt es „Problem gelöst“, denn sie können sowohl zur Speicherung von lokal erzeugter Energie als auch zur schnellen Nachlieferung des an anderer Stelle produzierten Wasserstoffs genutzt werden. Gleichzeitig eignen sich die Anlagen für die Notstromversorgung von beispielsweise Rechenzentren oder ganzen Stützpunkten.

Nicht-Verteidigungsanwendungen

Im zivilen Bereich sind die Einsatzmöglichkeiten ebenso nahezu unbegrenzt. Von der Versorgung abgelegener Radare, Kommunikationsantennen oder Wetterstationen bis hin zur Elektrifizierung ganzer Ortschaften – auch in Krisensituationen bei beispielsweise längerem Stromausfall. Über ein intelligentes Energiemanagement- und Steuerungssystem (EMS) können sogar ganze Viertel, Fabriken, Flughäfen oder Häfen in sogenannten Microgrids (Kleinstnetzen) zusammengefasst und mit kleinen Energiespeicherkraftwerken ans Netz angeschlossen werden.

Die „grüne“ Mobilität

Gleichzeitig eröffnet die Technologie neue Wege, um die E-Mobilität der Zukunft Gegenwart werden zu lassen. Durch die Versorgung von Elektrofahrzeugen mit aus Wasserstoff erzeugtem Strom, aber auch durch das direkte Nachbetanken von Wasserstofffahrzeugen.

Für Häfen hat NEXEYA zudem ein spezielles Green-Harbour-Sortiment entwickelt, bei dem emissionsfreie mobile Lösungen alle Schiffe im Hafen mit Ökostrom versorgen. Gerade in Zeiten, in denen energiehungrige Kreuzfahrtschiffe mit ihrer bordeigenen Stromerzeugung in vielen Häfen für schlechte Luft sorgen, eine mehr als umweltfreundliche Alternative.

Damit bieten die Energielösungen von NEXEYA einen umweltfreundlichen Ansatz, der das Portfolio von HENSOLDT um einen neuen, nachhaltigen und innovativen Aspekt bereichert.

Im Ernstfall bleibt einem Radarwarnsystem nur eine halbe Sekunde, um den Piloten vor einer möglichen Bedrohung zu warnen. Ein Wimpernschlag, der über alles entscheidet. Eine halbe Sekunde aber auch, in der die künstliche Intelligenz im neuen „Kalætron“-Radarwarnsystem nahezu Unglaubliches vollbringt.

Die meisten der derzeit im Einsatz befindlichen Radarwarnsysteme verarbeiten die Signale der Empfangsantennen analog und wandeln sie erst spät in digitale Signale um. Dies erschwert den Vorgang und liefert in Zeiten einer unter anderem durch den Mobilfunk beständig steigenden Anzahl von zivilen Signalen in der Atmosphäre zunehmend unbefriedigende Resultate. Denn moderne Luftabwehrsysteme nutzen diese Schwäche gezielt aus, indem sie in Sekundenbruchteilen zwischen bestimmten Frequenzen hin und her springen und dabei auf Frequenzen senden, die von den Mobilfunksignalen überlagert werden.

So wird es für die in Starrflügelflugzeugen, Helikoptern und Drohnen verbauten Warnsysteme immer schwieriger, eine potentielle Bedrohung rechtzeitig zu erkennen und davor zu warnen. Mit seinem neuen digitalen Radarwarnsystem Kalætron bietet HENSOLDT eine Lösung, die bereits kurz nach ihrer Vorstellung im Mai 2019 international für Schlagzeilen sorgte.

Eine technologische Revolution

Der neue Radarwarner entdeckt und identifiziert Bedrohungen zuverlässig aufgrund seiner voll digitalen Auslegung in einem großen Frequenzbereich mit einer außerordentlich niedrigen Falschalarmrate. Dazu tastet Kalætron die Umgebung kontinuierlich nach feindlichen Signalen ab und warnt den Piloten bei der Erfassung durch feindliches Radar früh genug, um Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Die durch die Digitalisierung möglichen Glasfaserverbindungen verkürzen dabei die Datenübertragungswege erheblich und minimieren den Verlust von Signalen.

Der eigentliche Clou liegt jedoch in der Künstlichen Intelligenz (KI), die Reflexionen automatisch unterdrückt und in Sekundenbruchteilen aus der Unmenge an Daten die wenigen relevanten herausfiltert. Die integrierte Datenbank gleicht dazu die empfangenen Signale mit bereits gespeicherten Mustern ab und lernt hinzu. Gleichzeitig ermöglicht die KI neuartige Analysemöglichkeiten für die Detektion unbekannter Radarsignale, um dem Nutzer heute und morgen die erfolgreiche Missionsdurchführung zu garantieren.

Für jede Anforderung

Als derzeit einziges volldigitales Radarwarnsystem auf dem Markt zeichnet sich Kalætron zudem durch seine besonders kleine Bauart und den modularen Ansatz aus.

Um die unterschiedlichsten Anforderungen seiner Kunden bedienen zu können, bietet HENSOLDT das Kalætron-Radarwarnsystem in drei verschiedenen Versionen an: Die Kalætron-S-Plattform eignet sich insbesondere für den Einsatz in kleineren Helikoptern und unbemannten Flugzeugen. Die M-Plattform ermöglicht ein etwas erweitertes Leistungsspektrum für komplexere Helikopter und unbemannte Flugzeuge. Und die L-Plattform liefert Top-Leistungen für Transport- und Kampfflugzeuge wie den Eurofighter, aber auch andere international im Einsatz befindliche Kampfflugzeugmuster.

Internationales Interesse

Das eröffnet HENSOLDT ein umfassendes Marktpotential und die Möglichkeit, die Core-Komponenten von Kalætron als Schlüsselelemente in komplexen luftgestützten EW-Systemen zu vermarkten. Entwickelt und produziert in Deutschland, besteht über den europäischen Markt hinaus bereits heute großes Interesse von namhaften Rüstungsunternehmen in Asien und Nordamerika. Kalætron – Innovation made by HENSOLDT.

In nahezu allen HENSOLDT-Produkten und -Lösungen für den Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich spielen Computerchips heute eine zentrale Rolle. Mittlerweile kommen Innovationen des Unternehmens auch bei deren Fertigung zum Einsatz.

Die Expertise und Ingenieurskunst von HENSOLDT reicht deutlich über die weithin bekannten Bereiche hinaus. Auch in industriellen Produktionen wie der Fertigung von Halbleitern, umgangssprachlich Computerchips genannt, setzt man zunehmend auf innovative Produkte des HENSOLDT-Standorts in Oberkochen. Allerdings folgt das industrielle Geschäft einem anderen Rhythmus als das im Verteidigungsbereich. Um sich gezielter auf diesen Markt einstellen zu können, hat HENSOLDT im April 2019 das Geschäftsfeld „Industrial Commercial Solutions“ – kurz HIC – gegründet.

Der Hintergrund

Jeder spricht von Big Data, Industrie 4.0 oder autonomem Fahren. Möglich werden diese Technologien der nahen Zukunft jedoch erst durch hocheffiziente und leistungsfähige Computerchips. Um diese herzustellen, werden die Chip-Rohlinge im Fotolithografie-Verfahren mit immer kürzeren Wellenlängen beleuchtet. Nur so können die ständig komplexer werdenden Strukturen per Laser auf die Rohlinge aufgebracht werden.

Und genau hier kommt die innovative „Final Focus Metrology“ (FFM) von HENSOLDT ins Spiel. Das hochpräzise Messgerät kann die Treffsicherheit des Laserstrahls optimieren und steigert somit die Geschwindigkeit und Effizienz der energieaufwändigen Produktion. Dies ermöglicht großen Herstellern eine trotz der extrem hohen Investitionskosten rentable Massenfertigung.

In dritter Generation

2019 hat HENSOLDT einen Großauftrag von einem in der Halbleiterindustrie tätigen Kunden für die FFM-Anwendung erhalten. Allerdings steigen mit den Anforderungen an die Chips auch diejenigen an die für ihre Herstellung notwendigen Systeme.

Für die nächste, inzwischen dritte Generation der FFM-Einheit müssen darum sowohl die Optik als auch die Mechanik komplett überarbeitet werden. Eine große Herausforderung, denn bereits bis Ende des dritten Quartals 2020 sollen erste Prototypen bereitstehen.

Um den Zeitplan einhalten und zukünftig eine FFM-Einheit pro Woche fertigen zu können, hat HENSOLDT die Produktionskapazitäten am Standort Oberkochen deutlich erweitert. Denn nach der ersten und zweiten soll nun auch die dritte FFM-Generation zu einem Erfolg werden.

Flugtaxis - autonom und sicher


Flugtaxis – kaum ein Begriff beflügelt derzeit die Phantasie von potentiellen Nutzern wie Herstellern und Betreibern so sehr wie dieser. Bei HENSOLDT arbeitet man bereits an deren sicherem Betrieb mit Autopiloten, Bodenstationen und Radaren.

Schon heute entfliehen einige wenige, die es sich leisten können, mit Helikoptern dem Verkehrschaos auf den Straßen. Wenn es nach dem Willen von Flugtaxi-Diensten geht, soll das in naher Zukunft „für jeden“ möglich sein. Erste Jungfernflüge haben bereits aufmerksamkeitswirksam stattgefunden. Schon bald soll in Städten wie Dubai, Los Angeles, Dallas oder Singapur ein erster Probebetrieb starten. Anfangs noch mit Piloten an Bord, dann aber – so die Planung – ab Mitte der 2020er Jahre auch autonom. Rund 3.000 Flugtaxis prognostizieren Studien bis dahin, bis 2030 soll deren Zahl auf über 12.000 steigen.

Dann soll der sogenannte Urban-Air-Mobility-Markt als eines der vielversprechendsten Geschäftsfelder der Zukunft rund 8 Milliarden Dollar wert sein. HENSOLDT will an diesem Markt partizipieren und sich langfristig als Ausstatter von kommerziellen Luftfahrzeugen etablieren.

Rahmenbedingungen schaffen

Von Airbus über Autohersteller wie Daimler und Audi bis hin zum Fahrdienstvermittler Uber und zahlreichen Start-ups arbeiten derzeit verschiedenste Unternehmen an technischen und organisatorischen Konzepten für den Flug-Individualverkehr der Zukunft. Parallel dazu erforscht die von der Europäischen Kommission unterstützte Initiative „Urban Air Mobility“ in Studien und Modellversuchen die möglichen Einsatzgebiete sowie die Rahmenbedingungen. In verschiedenen Arbeitsgruppen sollen dabei unter Leitung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) auch die noch ausstehenden Regularien definiert werden, die für einen sicheren Flugbetrieb notwendig sein werden. Ebenso müssen die für eine Zulassung der zukünftigen Flugtaxis geforderten Lufttüchtigkeitsnormen festgelegt werden.

Mit dabei, neben den bereits genannten Unternehmen, dem deutschen Verkehrsministerium und den Flugsicherungsbehörden: HENSOLDT mit seiner großen Luftfahrt-Erfahrung im Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich.

Lösungen präsentieren

Die Herausforderungen, die sich dabei stellen, sind enorm. Sie reichen von dem regulatorischen Rahmen für die zukünftigen VTOL (vertikale Start- und Landeflugzeuge) über die Festlegung der Routen in den Städten und Regionen bis hin zu den vielen technischen Lösungen, die für einen autonomen Flugbetrieb unabdingbar sind.

Für HENSOLDT ergibt sich dabei das Potential, in gleich mehreren Bereichen aktiv teilzunehmen. Schon heute liefert das Unternehmen erste Bodensysteme, die eine Überwachung und Steuerung von unbemannten Flugobjekten und die Kontrolle ihrer Routen erlauben. Denn Drohnen können nicht mit dem Tower kommunizieren. Anders als bemannte Flugzeuge verhalten sie sich – wie es im Fachjargon heißt – „nicht kooperativ“.

Darüber hinaus investiert HENSOLDT in eine spezielle Version seines bewährten Detect-&-Avoid-Radarsystems. Durch das Zusammenspiel verschiedenster Sensoren soll es die für einen sicheren und kollisionsfreien, autonomen Flugbetrieb notwendigen Daten liefern. Erste erfolgreiche Flugtests an Bord einer Do 228 haben bereits stattgefunden.

Für HENSOLDT steht damit die Tür zur Zukunft des autonomen Fliegens nicht nur weit offen, das Unternehmen hat bereits seine ersten Schritte durch diese Tür erfolgreich zurückgelegt.

Der Traum vom autonomen Fliegen

Unter dem Titel „Sensor Fusion“ entwickelt HENSOLDT eine spezielle Version seines Detect-&-Avoid-Radars für den autonomen Flugbetrieb. Dort fließen die Daten von verschiedenen Sensoren zusammen und stellen dadurch die Umgebung des Flugzeugs so realistisch dar, dass es im ersten Schritt von nur einem Piloten geflogen werden kann. Schon heute ist dieses System sowohl bei der Reichweite als auch bei der Erkennungsleistung und Genauigkeit dem menschlichen Auge weit überlegen.

Im nächsten Schritt wird ein Pilot das Flugzeug dann anhand dieser Daten auch vom Boden aus steuern oder kontrollierend eingreifen können. Und bereits in wenigen Jahren sollen die Daten dieser Systeme die Basis für eine komplett autonome Steuerung per Autopilot bilden – vom Start bis zur Landung.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat ein Technologie-Demonstrator des neuen HENSOLDT-Radars seine Leistungsfähigkeit bereits in ausgedehnten Boden- und Flugtests unter Beweis gestellt.

Digitales Radar - erkennen und identifizieren


Radarsysteme zählen traditionell zum Kerngeschäft von HENSOLDT. Auch beim nächsten großen Schritt hin zum vollständig digitalen Radar der Zukunft steht das Unternehmen in der ersten Reihe.

Der weltweite Markt für Radarsysteme hat in den vergangenen Jahrzehnten einen bedeutenden Paradigmenwechsel von mechanisch scannenden (M-Scan) Radaren zu elektronisch scannenden (E-Scan) Radaren durchlebt. Mit deutlich verbesserter Sensorleistung gilt die Technologie heute als „State of the Art“ und kommt beispielsweise in der jüngsten Generation des Eurofighter-Radars CAPTOR-E von HENSOLDT zum Einsatz.

Doch die fortschreitende Digitalisierung macht auch vor der Radartechnologie nicht halt. Beim digitalen Radar der Zukunft verschieben sich die Grenzen der analogen Signal-Verarbeitung immer weiter in Richtung einer digitalen Verarbeitung. Die Digitalisierung der analogen Signale rückt bildlich gesprochen immer näher an die Antenne. Die Technologie dahinter ist hochkomplex und die Resultate sind mehr als beeindruckend. Das belegen die aktuellen digitalen Radare von HENSOLDT schon heute.

Freund und Feind im Blick

Digitale Radarsysteme von HENSOLDT vereinen modellabhängig am Boden, zu Wasser und in der Luft eine Vielzahl innovativer Technologien für bestmögliche Ergebnisse. Sie kombinieren passive und aktive Überwachung für bessere Leistung, können gleichzeitig als Störsender fungieren, zeichnen sich durch hohe Zuverlässigkeit aus und bündeln Sender und Empfänger in einem Modul. Ihre automatisierte Zielerkennung und Klassifizierung können individuell an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst, ihre Daten flexibel mit anderen Systemen ausgetauscht werden.

So ermöglichen die neuen luftgestützten Multi-Missions-Überwachungsradare der PrecISR-Familie eine großflächige und zeitgleiche Überwachung von Boden, See und Luftraum mit ultrahochauflösender Bildgebung. Die derzeit in Entwicklung befindlichen Fighter-Radare werden Piloten so frühzeitig wie nie zuvor automatisch vor Bedrohungen warnen und eine Erfassung selbst kleinster und weit entfernter Ziele ermöglichen. Zudem ermöglicht die Digitalisierung die Trennung von Sender und Empfänger, bei der beispielsweise ein Flugzeug die Radarsignale aussendet und eine Bodenstation sie empfängt. So bleibt die Bodenstation passiv und damit unerkennbar, während gleichzeitig die Erkennungsrate steigt – bis hin zur Identifizierung von Stealth-Flugzeugen.

Zu Land belegt das 2019 vorgestellte TRML-4D eindrucksvoll die Möglichkeiten der neuen Technologien. Dank digitaler Signalverarbeitung kann das Multifunktionsradar 1.500 Ziele in einem Radius von bis zu 110 Kilometern gleichzeitig verfolgen und selbst Gegenstände identifizieren, die nur einen Quadratzentimeter groß sind. Mit integrierter Freund-Feind-Erkennung liefert es bereits mit einer Umdrehung der Antennen verlässliche Aussagen und festigt so die Position von HENSOLDT als Vorreiter bei dieser Technologie. Schon 2020 werden auch Bodenvarianten dieses innovativen Radars verfügbar sein.

Digital senden und empfangen

Dabei halten die Entwicklungen der Zukunft zahlreiche Herausforderungen bereit. Neben neuen Bedrohungen durch beispielsweise immer kleiner werdende Drohnen oder Drohnenschwärme zählen dazu auch die durch Mobilfunk und deren kommende 5G-Erweiterung immer dichter werdenden Signalspektren, die eine Kategorisierung der aufgefangenen Signale zusätzlich erschweren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Kunden an Reichweite, Auflösung, Schnelligkeit, Zielgenauigkeit und -verfolgung der Radarsysteme.

Und die nächste Stufe der Digitalisierung steht bereits in den Startlöchern. Bei den volldigitalen Radargeräten der Zukunft sollen die analogen Radarsignale bereits in der Antenne für jeden einzelnen Kanal beim Senden (und dann auch beim Empfangen) in digitale umgewandelt werden. Dazu bedarf es maßgeblicher Erfahrung in der Hochfrequenztechnik und Entwicklung von Algorithmen zur Signalverarbeitung. Als wahrscheinlich eines von wenigen Unternehmen weltweit verfügt HENSOLDT über diese Erfahrung und treibt die Entwicklung seiner Radare hin zum „Software-defined Radar“ an vorderster Front voran.

Gedruckte Elektronik - die Revolution im Labor


Der 3D-Druck wird die Entwicklung und Produktion revolutionieren. Davon ist man überzeugt bei HENSOLDT und investiert in die Entwicklung von neuen Verfahren, mit denen elektronische Komponenten gedruckt werden können.

Beim 3D-Druck wird das Material Schicht für Schicht aufgetragen, anstatt es – wie bisher üblich – durch Bohren, Fräsen oder Ätzen abzutragen. So werden neue Formen möglich, es entstehen weniger Abfälle und Teile können oftmals günstiger und vor Ort gefertigt werden. Gleichzeitig hält mit dem 3D-Druck eine weitere Stufe der Digitalisierung Einzug in die Produktion. Neben der flexiblen Massenfertigung können im 3D-Drucker datengestützt auch kleinere Serien bis hin zu individualisierten Einzelstücken effizient produziert werden.

Schon seit 2008 nutzt HENSOLDT darum den 3D-Druck sowohl im Kunststoff- wie auch im Metallbereich. Am Bildschirm entstehen beispielsweise Kühlstrukturen zur Kühlung eines Radarsenders, die so auf herkömmliche Weise gar nicht hergestellt werden könnten – für den 3D-Drucker kein Problem. Aus Aluminium werden die Kühlstrukturen so Schicht um Schicht gedruckt. Dabei können auf der Innenseite komplex strukturierte Hohlräume geschaffen werden, die konventionell nicht realisierbar wären. Durch den 3D-Druck werden Bauteile nicht nur kompakter und leichter, sondern können gleichzeitig mehrere Funktionen, wie beispielsweise Kühlung und elektromagnetische Abschirmung, erfüllen.

Vom Leiterplatten-Walzwerk zum 3D-Elektronik-Druck

Inzwischen läuft weltweit die Entwicklung des 3D-Drucks von Schaltungsträgern und anderen Komponenten auf Hochtouren. Als Pionier gilt dabei das israelische Unternehmen Nano Dimension, seit mehreren Jahren enger Partner von HENSOLDT. Gemeinsam stellte man so im Sommer 2019 erstmals das neue „DragonFly LDM“ vor. Mit dem DragonFly-System können z.B. Multilayer-Leiterplatten, Antennen und Koaxialleitungen gedruckt werden. Das neue LDM-Modell arbeitet rund um die Uhr und ermöglicht so auch die vollautomatische Herstellung selbst kleinerer Stückzahlen und individueller Einzelstücke im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht.

Durch den Einsatz des 3D-Drucks ergeben sich für HENSOLDT im Hinblick auf die in allen Produktlinien verbaute Hochleistungselektronik gleich mehrere Vorteile: So ist es möglich, die Komplexität elektronischer Schaltungen insbesondere in der Hochfrequenztechnologie zu steigern, ihre Integrationsdichte zu erhöhen und spezielle Kundenwünsche einfacher zu erfüllen.

Investition in die Zukunft

Noch ist vieles davon Zukunftsmusik. Doch während es von der Gutenberg-Bibel bis zum farbigen Laserdruck rund ein halbes Jahrtausend dauerte, werden die Entwicklungsschritte beim 3D-Druck eher in Monaten denn in Jahren gemessen. Laut der Vorhersage von Spezialisten werde der 3D-Druck bereits in einigen Jahren mit neuen Techniken unabhängig von Zeit, Ort und Lieferanten zuverlässig Elektronik von Koaxialkabeln bis hin zu hochkomplexen Schaltungen liefern.

Abhängig vom Stand der Materialentwicklung und den Anforderungen der Kunden eröffnen sich für HENSOLDT daraus Möglichkeiten, die die gesamte Fertigung revolutionieren. Und wie bei vielem anderen gilt auch hier: Wer heute nicht an morgen denkt, wird übermorgen abgehängt.

Gemeinsam stark

HENSOLDT erprobt den DragonFly-3D-Druck elektronischer Komponenten bereits seit 2016. Gemeinsam mit dessen Hersteller Nano Dimension konnten so praktische Erfahrungen in der Herstellung von mehrschichtigen Leiterplatten gesammelt werden. Das neue LDM-System reduziert dabei den Zeit- und Kostenaufwand erheblich und steigert die Freiheitsgrade in der Entwicklung. So können Leiterplatten mit ihm um bis zu 40 Prozent schneller als durch konventionelle Methoden hergestellt und zudem dreidimensional genutzt werden. HENSOLDT nahm an der gemeinsamen LDM-Kampagne teil und produzierte Referenz-Leiterplatten, mit denen die Vorteile des neuen LDM-Systems demonstriert wurden. LDM steht dabei für „Lights-out Digital Manufacturing“, weil das System rund um die Uhr ohne menschliche Überwachung automatisch produzieren kann.

HENSOLDT Ventures - innovativ und erfolgreich


HENSOLDT Ventures, 2018 gegründet, hat das Innovationstempo des Unternehmens nachhaltig gesteigert. Überragende Erfolge der drei Segmente Cyber Security, Analytics und Robotics legen die Basis für weiteres Wachstum.

Innovationskraft, Kreativität und Ideenreichtum zählen zu den Kernkompetenzen von HENSOLDT. In der HENSOLDT Ventures wurde der Prozess von der Idee zum fertigen Produkt neu definiert. Heute in drei Segmente unterteilt, schlägt sich dies inzwischen in gewinnbringenden neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen nieder. HENSOLDT Ventures ist zum Teil der Unternehmenskultur geworden und beeinflusst diese nachhaltig mit neuem Start-up-Flair.

Cyber Security – dem Hacker keine Chance

Fast 30 Mitarbeiter umfasst inzwischen das intern aufgrund seines Durchschnittsalters von nur knapp über 30 Jahren auch „die jungen Wilden“ genannte Team der HENSOLDT Cyber. Von namhaften anderen Hightech-Unternehmen – auch aus dem Silicon Valley – abgeworben, konzentrieren sie sich auf einen der wichtigsten Zukunftsbereiche: den Schutz des immer digitaler werdenden vernetzten Umfelds vor den gefürchteten Hacker-Angriffen.

2019 feierten „die jungen Wilden“ ihren ersten Top-Erfolg. Das von ihnen entwickelte Betriebssystem mit einem sicheren Prozessor ist als vermutlich einziger weltweit mathematisch so verifiziert, dass nachweisbar keine Fehler in der Software enthalten sind. Klassische Angriffe von außen verfehlen damit ihr Ziel. Im Verteidigungsbereich können die Software und Hardware in bestehende HENSOLDT-Produkte wie Radare oder Kameras eingesetzt werden. Darüber hinaus ergeben sich aber auch im kommerziellen Bereich der Industrie 4.0 zahllose Anwendungen. Erste Kundenprojekte im Industrieumfeld haben bereits begonnen. 2020 sollen die Serienreife erreicht und die Markteinführung durch verstärkte Vertriebsaktivitäten unterstützt werden.

Analytics – Schutz von Menschen und Material

Daten gelten als das Öl des 21. Jahrhunderts. Doch wie bei Öl durch Raffinieren entsteht auch bei Daten der eigentliche Wert erst durch ihre Verarbeitung. Diese Fusion und Analyse von Daten übernimmt bei HENSOLDT nun ebenfalls der Bereich Ventures. Grundlage hierfür bildet der Zukauf eines auf Open Source Intelligence spezialisierten Unternehmens.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Potential: Durch die vollautomatische Analyse der Daten örtlicher Radarstationen mithilfe künstlicher Intelligenz können lokale Gefahrenquellen erkannt und graphisch dargestellt werden. Entsprechend kommt eine solche Technologie bei der Planung von Streitkräften zur Anwendung und senkt das Einsatzrisiko maßgeblich. Gemeinsam mit auch in andere HENSOLDT-Produkte integrierte Technologien wie der automatischen Spracherkennung oder der automatischen, datengestützten Einschätzung des Gefechtsfelds können Daten so entscheidend zum Schutz von Menschen und Material beitragen.

Diese Technologie findet jedoch nicht nur im militärischen Umfeld Gebrauch, sondern kann auch vielseitig bei anderen Behörden, in der Industrie und in anderen Geschäftsbereichen zur Vorhersage und Analyse des gegenwärtigen Geschehens eingesetzt werden.

Robotics – Erkennen und Einfangen

Zu den erfolgreichsten – 2019 auf dem Markt eingeführten – Entwicklungen von HENSOLDT Ventures zählt das Drohnendetektions- und -abwehrsystem Xpeller. Die modulare Xpeller-Produktfamilie kann gemäß den operativen Anforderungen der unterschiedlichen Anwender konfiguriert werden. Im Jahr 2019 konnten alle Sensorkonfigurationen des Xpeller-Baukastens durch Nutzer einsatzerprobt werden. Dazu zählen der Schutz von High-Profi le-Events in Deutschland und Frankreich, aber auch der Einsatz an Flughäfen wie beispielsweise Gatwick und Edinburgh, sowie die Verwendung durch Sicherheitskräfte innerhalb und außerhalb Europas.

Um weiterhin neue Funktionen – resultierend aus der Einsatzerfahrung der Anwender und der sich fortlaufend weiterentwickelnden Drohnentechnologie – aber auch Systemelemente wie die der automatischen Datenanalyse, der Multisensor-Datenfusion und der künstlichen Intelligenz kontinuierlich zu verbessern und zu revolutionieren, verbleibt die Xpeller-Familie auch 2020 im Bereich HENSOLDT Ventures.

Als wegweisende Gegenmaßnahme, im Besonderen auch für den Einsatz an Flughäfen, arbeitet das Team um Xpeller an der Entwicklung und Systemintegration einer Abfangdrohne. Die Kombination aus Onboard-Sensorik, Autopilot und künstlicher Intelligenz ermöglicht der Drohne im Xpeller-Systemverbund das Heranfliegen an und Abfangen von unkooperativen Drohnen. Mittels eines Netzwerfers können Drohnen eingefangen, transportiert und zur Nachweisführung bzw. forensischen Untersuchung an einem sicheren Ort abgelassen werden.

Durch die Variabilität in den Payloads kann die Drohne auch jenseits von Xpeller in anderen Anwendungsfeldern eingesetzt werden. So beispielsweise zur optischen Überwachung von Industrieanlagen mittels Optronik oder mobilen polizeilichen Funkaufklärung durch RF-Detektoren.

So ist HENSOLDT Ventures für den weiteren Erfolg ideal positioniert. Nur ein Jahr nach der Gründung konnte das Team bereits 2019 einen Auftragseingang im zweistelligen Millionenbereich erzielen und soll auch 2020 weiter ausgebaut werden. Denn von HENSOLDT Ventures profitieren alle Bereiche des Unternehmens.

Energie - immer und überall


Lösungen für die Speicherung von regenerativem Strom auf Wasserstoffbasis zählen zu den Kernkompetenzen des neuen HENSOLDT-Unternehmens NEXEYA. Das eröffnet sowohl im Verteidigungs-, als auch im Nicht-Verteidigungs­bereich vielfältige Einsatz- und damit Geschäftsmöglich­keiten.

Die nicht konstante Verfügbarkeit fluktuierender erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft zählt zu den großen Herausforderungen der Energiewende. Mit seinen Energieumwandlungs- und Speicherlösungen auf Wasserstoffbasis bietet NEXEYA ein hochflexibles Produkt. Dabei wird mit dem aus erneuerbaren Energien stammenden Strom aus Wasser mit Hilfe eines Elektrolyseurs Wasserstoff erzeugt – CO2-neutral und umweltfreundlich. Dieser Wasserstoff kann gelagert, vor Ort wieder umgewandelt oder über transportierbare – beispielsweise in Containern installierte – Spezialtanks zur Rückumwandlung und Nutzung verteilt werden.

Verteidigungsanwendungen

Gerade in schwer zugänglichen Gebieten kann die konstante Energieversorgung von beispielsweise Bodenstationen oder Radaranlagen schnell zum Problem werden. Mit den transportierbaren Anlagen von NEXEYA heißt es „Problem gelöst“, denn sie können sowohl zur Speicherung von lokal erzeugter Energie als auch zur schnellen Nachlieferung des an anderer Stelle produzierten Wasserstoffs genutzt werden. Gleichzeitig eignen sich die Anlagen für die Notstromversorgung von beispielsweise Rechenzentren oder ganzen Stützpunkten.

Nicht-Verteidigungsanwendungen

Im zivilen Bereich sind die Einsatzmöglichkeiten ebenso nahezu unbegrenzt. Von der Versorgung abgelegener Radare, Kommunikationsantennen oder Wetterstationen bis hin zur Elektrifizierung ganzer Ortschaften – auch in Krisensituationen bei beispielsweise längerem Stromausfall. Über ein intelligentes Energiemanagement- und Steuerungssystem (EMS) können sogar ganze Viertel, Fabriken, Flughäfen oder Häfen in sogenannten Microgrids (Kleinstnetzen) zusammengefasst und mit kleinen Energiespeicherkraftwerken ans Netz angeschlossen werden.

Die „grüne“ Mobilität

Gleichzeitig eröffnet die Technologie neue Wege, um die E-Mobilität der Zukunft Gegenwart werden zu lassen. Durch die Versorgung von Elektrofahrzeugen mit aus Wasserstoff erzeugtem Strom, aber auch durch das direkte Nachbetanken von Wasserstofffahrzeugen.

Für Häfen hat NEXEYA zudem ein spezielles Green-Harbour-Sortiment entwickelt, bei dem emissionsfreie mobile Lösungen alle Schiffe im Hafen mit Ökostrom versorgen. Gerade in Zeiten, in denen energiehungrige Kreuzfahrtschiffe mit ihrer bordeigenen Stromerzeugung in vielen Häfen für schlechte Luft sorgen, eine mehr als umweltfreundliche Alternative.

Damit bieten die Energielösungen von NEXEYA einen umweltfreundlichen Ansatz, der das Portfolio von HENSOLDT um einen neuen, nachhaltigen und innovativen Aspekt bereichert.

Kalætron - erkennen und warnen


Im Ernstfall bleibt einem Radarwarnsystem nur eine halbe Sekunde, um den Piloten vor einer möglichen Bedrohung zu warnen. Ein Wimpernschlag, der über alles entscheidet. Eine halbe Sekunde aber auch, in der die künstliche Intelligenz im neuen „Kalætron“-Radarwarnsystem nahezu Unglaubliches vollbringt.

Die meisten der derzeit im Einsatz befindlichen Radarwarnsysteme verarbeiten die Signale der Empfangsantennen analog und wandeln sie erst spät in digitale Signale um. Dies erschwert den Vorgang und liefert in Zeiten einer unter anderem durch den Mobilfunk beständig steigenden Anzahl von zivilen Signalen in der Atmosphäre zunehmend unbefriedigende Resultate. Denn moderne Luftabwehrsysteme nutzen diese Schwäche gezielt aus, indem sie in Sekundenbruchteilen zwischen bestimmten Frequenzen hin und her springen und dabei auf Frequenzen senden, die von den Mobilfunksignalen überlagert werden.

So wird es für die in Starrflügelflugzeugen, Helikoptern und Drohnen verbauten Warnsysteme immer schwieriger, eine potentielle Bedrohung rechtzeitig zu erkennen und davor zu warnen. Mit seinem neuen digitalen Radarwarnsystem Kalætron bietet HENSOLDT eine Lösung, die bereits kurz nach ihrer Vorstellung im Mai 2019 international für Schlagzeilen sorgte.

Eine technologische Revolution

Der neue Radarwarner entdeckt und identifiziert Bedrohungen zuverlässig aufgrund seiner voll digitalen Auslegung in einem großen Frequenzbereich mit einer außerordentlich niedrigen Falschalarmrate. Dazu tastet Kalætron die Umgebung kontinuierlich nach feindlichen Signalen ab und warnt den Piloten bei der Erfassung durch feindliches Radar früh genug, um Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Die durch die Digitalisierung möglichen Glasfaserverbindungen verkürzen dabei die Datenübertragungswege erheblich und minimieren den Verlust von Signalen.

Der eigentliche Clou liegt jedoch in der Künstlichen Intelligenz (KI), die Reflexionen automatisch unterdrückt und in Sekundenbruchteilen aus der Unmenge an Daten die wenigen relevanten herausfiltert. Die integrierte Datenbank gleicht dazu die empfangenen Signale mit bereits gespeicherten Mustern ab und lernt hinzu. Gleichzeitig ermöglicht die KI neuartige Analysemöglichkeiten für die Detektion unbekannter Radarsignale, um dem Nutzer heute und morgen die erfolgreiche Missionsdurchführung zu garantieren.

Für jede Anforderung

Als derzeit einziges volldigitales Radarwarnsystem auf dem Markt zeichnet sich Kalætron zudem durch seine besonders kleine Bauart und den modularen Ansatz aus.

Um die unterschiedlichsten Anforderungen seiner Kunden bedienen zu können, bietet HENSOLDT das Kalætron-Radarwarnsystem in drei verschiedenen Versionen an: Die Kalætron-S-Plattform eignet sich insbesondere für den Einsatz in kleineren Helikoptern und unbemannten Flugzeugen. Die M-Plattform ermöglicht ein etwas erweitertes Leistungsspektrum für komplexere Helikopter und unbemannte Flugzeuge. Und die L-Plattform liefert Top-Leistungen für Transport- und Kampfflugzeuge wie den Eurofighter, aber auch andere international im Einsatz befindliche Kampfflugzeugmuster.

Internationales Interesse

Das eröffnet HENSOLDT ein umfassendes Marktpotential und die Möglichkeit, die Core-Komponenten von Kalætron als Schlüsselelemente in komplexen luftgestützten EW-Systemen zu vermarkten. Entwickelt und produziert in Deutschland, besteht über den europäischen Markt hinaus bereits heute großes Interesse von namhaften Rüstungsunternehmen in Asien und Nordamerika. Kalætron – Innovation made by HENSOLDT.

Chip-Fertigung - Klein und kleiner


In nahezu allen HENSOLDT-Produkten und -Lösungen für den Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungs­bereich spielen Computerchips heute eine zentrale Rolle. Mittlerweile kommen Innovationen des Unternehmens auch bei deren Fertigung zum Einsatz.

Die Expertise und Ingenieurskunst von HENSOLDT reicht deutlich über die weithin bekannten Bereiche hinaus. Auch in industriellen Produktionen wie der Fertigung von Halbleitern, umgangssprachlich Computerchips genannt, setzt man zunehmend auf innovative Produkte des HENSOLDT-Standorts in Oberkochen. Allerdings folgt das industrielle Geschäft einem anderen Rhythmus als das im Verteidigungsbereich. Um sich gezielter auf diesen Markt einstellen zu können, hat HENSOLDT im April 2019 das Geschäftsfeld „Industrial Commercial Solutions“ – kurz HIC – gegründet.

Der Hintergrund

Jeder spricht von Big Data, Industrie 4.0 oder autonomem Fahren. Möglich werden diese Technologien der nahen Zukunft jedoch erst durch hocheffiziente und leistungsfähige Computerchips. Um diese herzustellen, werden die Chip-Rohlinge im Fotolithografie-Verfahren mit immer kürzeren Wellenlängen beleuchtet. Nur so können die ständig komplexer werdenden Strukturen per Laser auf die Rohlinge aufgebracht werden.

Und genau hier kommt die innovative „Final Focus Metrology“ (FFM) von HENSOLDT ins Spiel. Das hochpräzise Messgerät kann die Treffsicherheit des Laserstrahls optimieren und steigert somit die Geschwindigkeit und Effizienz der energieaufwändigen Produktion. Dies ermöglicht großen Herstellern eine trotz der extrem hohen Investitionskosten rentable Massenfertigung.

In dritter Generation

2019 hat HENSOLDT einen Großauftrag von einem in der Halbleiterindustrie tätigen Kunden für die FFM-Anwendung erhalten. Allerdings steigen mit den Anforderungen an die Chips auch diejenigen an die für ihre Herstellung notwendigen Systeme.

Für die nächste, inzwischen dritte Generation der FFM-Einheit müssen darum sowohl die Optik als auch die Mechanik komplett überarbeitet werden. Eine große Herausforderung, denn bereits bis Ende des dritten Quartals 2020 sollen erste Prototypen bereitstehen.

Um den Zeitplan einhalten und zukünftig eine FFM-Einheit pro Woche fertigen zu können, hat HENSOLDT die Produktionskapazitäten am Standort Oberkochen deutlich erweitert. Denn nach der ersten und zweiten soll nun auch die dritte FFM-Generation zu einem Erfolg werden.