HENSOLDT

Standorte

Standort Ulm
von Manufaktur zur
Serienproduktion

Gemeinsam stärker

Ein neues Kapitel beginnt

1 plus 1
ist mehr als 2

MENA
Herausforderung südlich des Mittelmeers

„Yes we can“

Neue Märkte
erschließen

Asien-Pazifik
den Umsatz erherblich steigern

Wachstum und Serienproduktion – auf diesen einfachen Nenner gebracht hat HENSOLDT seine Radarproduktion am Standort Ulm komplett umgestellt: von der Ausrichtung auf einzelne Projekte mit teilweise extrem kleinen Stückzahlen auf eine standardisierte Serienproduktion. Das Resultat: Der Output hat sich vervielfacht und die Wartezeit für Kunden stark reduziert.

Wir schreiben das Jahr 1913. Mit der Einführung des Fließbandes revolutioniert Henry Ford die Automobilproduktion. Das Geschäft floriert. Das Auto wird zum Massenprodukt, die Serienfertigung zum Synonym für Produktivität.

Auch HENSOLDT hat den Schritt zur Serienproduktion gewagt. Bei einem Hersteller hochsensibler Hightech kann man dies nicht mit einer Massenproduktion im Automobilbereich vergleichen. Aber: Die Umstellung der vier Hauptprodukte des Geschäftsbereichs Radar von aufwändiger Einzelstück- auf Produktionslinien-Fertigung bedeutet auch für HENSOLDT einen gewaltigen Schritt hin zu einer industriellen Herstellung.

Grundlegender Wandel

Globales Wachstum – das beinhaltet für HENSOLDT nicht nur den Vorstoß in neue Märkte, die Entwicklung neuer Produkte und die Akquisition von Unternehmen. Die Strategie umfasst genauso die Integration neuer Produkte ins aktuelle Portfolio und dessen Standardisierung.

So wurden in den vergangenen Jahren die vier Hauptprodukte des Geschäftsbereichs Radar schrittweise in Produktfamilien mit einem gemeinsamen Produkt-Kern zusammengefasst und für eine Serienfertigung vorbereitet: die beiden Luftraumüberwachungsradare TRML-4D für Bodensysteme und TRS-4D für Schiffe, das Bodenüberwachungsradar SPEXER 2000 sowie das Flughafenkontrollradar ASR. Auch die Antennen des Eurofighter-Radars sollen in Zukunft in größeren Stückzahlen serienmäßig gefertigt werden.

Halle 31 – Synonym für Produktivität

Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn ein neues Fertigungskonzept umfasst weit mehr als die Herstellung in Serie. Zukünftige Produkte müssen auch im Hinblick auf eine mögliche Serienfertigung entwickelt werden, der Vertrieb die für die Produktionsraten notwendigen Prognosen und Aufträge liefern. Dazu kommt die eigentliche Produktion. Die hier von den Mitarbeitern in Arbeitsgruppen definierten Maßnahmen beinhalten ebenso die Logistik und Lagerhaltung zur Sicherung des Materialflusses wie eine grundlegende Veränderung und Anpassung der Arbeitsprozesse.

Außerdem wurde in Ulm unsere Halle 31 aufwändig umgebaut, die mit einer Fläche von rund 2.100 Quadratmetern eines der größten Fertigungsgebäude am HENSOLDT-Standort Ulm ist. Anfang 2019 war es dann soweit: Arbeitsplätze, die vorher über den ganzen Standort verstreut waren, wurden zusammengezogen und nach einem, durch die Mitarbeiter selbst entwickelten Ablauf, neu organisiert. Die Serienproduktion konnte anlaufen.

Höhere Stückzahlen – kürzere Wartezeit

Schon heute sind die Erfolge mehr als offensichtlich. Wöchentlich verlässt ein neues Spexer 2000 die Produktion, die TRS-4D-Herstellung wurde signifikant gesteigert, die Serienfertigung des neuen TRML-4D ist angelaufen.

Auch die Serienproduktion des neuen Eurofighter-Radars wird vorbereitet. Allein 30.000 Exemplare des Sende- und Empfangs-Moduls, Hauptkomponente der Antenne des Eurofighter-Radars, sollen künftig pro Jahr hergestellt werden. Insgesamt peilen wir an, dass schon in den nächsten Jahren bis zu 100 komplette Radarsysteme die neue Serienproduktion jedes Jahr verlassen – eine beeindruckende Steigerung des Produktionsvolumens.

Durch die modulare Bauweise können die Radare zudem schneller an individuelle Wünsche angepasst werden, womit wir die Wartezeit der Kunden erheblich verkürzen wollen. Während die Vorlaufzeit für ein ATC-Radar nach Bestelleingang bisher mehrere Monate betrug, arbeiten wir nun darauf hin, die Abnahmetests mit den Kunden und die Lieferung der Radare so bald wie möglich nach der Integration zu beginnen.

Doch das ist erst der Anfang. In den kommenden Jahren soll die Serienproduktion auch auf andere Sensor-Produktfelder ausgedehnt werden. Zug um Zug wird so aus einer Hightech-Manufaktur ein Hightech-Serienfertiger.

Die vier Hauptprodukte

Frankreich zählte schon immer zu den Schlüsselmärkten von HENSOLDT. Die Akquisition des französischen Spezialisten für Luftfahrt-, Verteidigungs-, Energie- und Transport-Elektronik NEXEYA bündelt Knowhow und stärkt die Marktposition nachhaltig – auch über die Grenzen Frankreichs hinaus.

Wenn zwei Partner einfach zusammenpassen. Wenn sie gleiche Werte teilen und über eine einheitliche Kunden- und Partnerbasis verfügen. Und wenn zudem ihre Produkte bisher nicht miteinander konkurrierten, sondern sich vielmehr ergänzen. Dann könnte man von einer perfekten Ehe sprechen. Und genau diese Ehe ist HENSOLDT mit NEXEYA eingegangen.

5 Sektoren – ein gemeinsames Ziel

Seit der Gründung im Jahr 1997 – damals noch unter dem Namen Eurilogic – hat sich NEXEYA zu einem angesehenen Spezialisten für elektronische Sicherheitslösungen entwickelt – sowohl im Verteidigungs- als auch im Nicht-Verteidigungsbereich – und ist seitdem konsequent auch über die Grenzen Frankreichs hinaus gewachsen. Aktuelle Schwerpunkte liegen in den Sektoren Luftfahrt, Verteidigung, Energieumwandlung, Sicherheit elektrischer Anlagen und Transport.

Durch die von HENSOLDT getätigte Akquisition entsteht ein neues Schwergewicht auf dem umsatzstarken französischen Markt. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen ihre industrielle und technologische Basis im Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich deutlich ausbauen. Neue, innovative Lösungen sollen mit dem Ziel entwickelt werden, mittelfristig signifikantes Wachstum zu erreichen und Kundenanforderungen bestmöglich zu erfüllen. Mit gemeinsamem Engagement und dem Ziel einer bestmöglichen Umsetzung der Kundenwünsche sollen neue, innovative Lösungen entwickelt und das Geschäftsvolumen in den kommenden drei Jahren verdoppelt werden.

Mehr Kompetenz

Dazu wird auch ein neues Kompetenzzentrum beitragen, das HENSOLDT konzernübergreifend in Frankreich aufbaut. Seine Schwerpunkte: der Bereich Command and Control/ Combat Management System (C2/CMS), robuste Bordsysteme und Prüfstände, überwiegend wasserstoffbasierte Lösungen zur Optimierung der Energieversorgung sowie die Elektronikwartung.

Damit setzt sich die neue HENSOLDT Holding France aus HENSOLDT France und NEXEYA France zusammen. Sie teilen sich das operative Geschäft in den beiden neuen operativen Einheiten „Défense et Sécurité“ (Verteidigung und Sicherheit) sowie „Aerospace et Systèmes Civils“ (Luft-/Raumfahrt und zivile Systeme).

Beidseitige Vorteile

Mit den System- und Servicelösungen von NEXEYA und den Sensoren von HENSOLDT, gepaart mit dem sich ergänzenden Know-how und der Größe der Unternehmen, können neue Märkte leichter erschlossen, umfassende Lösungen für Kunden weltweit entwickelt und neue Geschäftsfelder erkundet werden.

Den Kunden im Fokus

Innovative Lösungen mit hohem Nutzwert für die Kunden bilden seit Anbeginn die DNA von NEXEYA. Aktuell liegen die Schwerpunkte in den nachfolgenden Bereichen.

Luftfahrt

Vom Prototyp bis zu Betrieb und Wartung von Flugzeugen im Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich entwickelt und vertreibt NEXEYA Produkte für die Erprobung der avionischen und elektrischen Netzwerke (Validierung, Integration, Fehlerlokalisierung), Spezialwerkzeug für Fertigungslinien sowie Bordkomponenten zur Energieumwandlung.

Verteidigung

Mit seinen Missionsmanagementsystemen LYNCEA (schiffsgestützte Gefechtsführungssysteme) und ARGOSIA (luftgestützte Systeme zur Führung von Meeresüberwachungs- und ISR-Missionen) ergänzt NEXEYA perfekt die Identifizierungssysteme (IFF) und Datenlinks für den Verteidigungssektor von HENSOLDT.

Energieumwandlung

Einbezogen in die energiepolitischen Aufgabenstellungen unserer Zeit entwickelt und produziert NEXEYA Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien verwalten, auf Wasserstoffbasis speichern und einspeisen. Insbesondere die Technologien zur Energieumwandlung lassen sich dabei auch leistungssteigernd in bestehende HENSOLDT-Produkte integrieren (siehe Kapitel HENSOLDT Innovationen: Energie – immer und überall).

Anlagensicherheit

Mit digitalen Steuerungssystemen, Datenerfassungs- und -kontrollsystemen, hochleistungsfähiger Stromversorgung und modularen Stromversorgungslösungen erfüllt NEXEYA atomare Sicherheitsstandards und sorgt für die Sicherheit elektrischer Anlagen.

Transport

Von den Straßenbahnen über U-Bahnen bis zum Hochgeschwindigkeitszug erhöhen Zugsteuerungen und elektrische Verteilungen von NEXEYA die Zuverlässigkeit und Sicherheit. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen im Automobilsektor Integrationslösungen und Energieumwandlungsprodukte für die elektrische und autonome E-Mobility der Zukunft.

Nach der Übernahme des britischen Traditionsunternehmens Kelvin Hughes 2017 wurde HENSOLDT UK gegründet. Unter dieser Marke laufen nun alle Aktivitäten von HENSOLDT in dem Vereinigten Königreich. Durch die Gründung von HENSOLDT UK kann nun ein in Großbritannien ansässiges Unternehmen die gesamte Palette der HENSOLDT-Produkte, unter anderem dem Verteidigungsministerium, anbieten, was zusätzlich neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

Beim britischen Radarhersteller Kelvin Hughes wird Tradition großgeschrieben. Schließlich reicht die Geschichte des Unternehmens bis ins 18. Jahrhundert zurück und umfasst die Entwicklung von Sextanten und Marinechronometern. Das erste kommerzielle Radar wurde 1948 auf Grundlage von einer im Zweiten Weltkrieg entwickelten Technologie hergestellt. Die Lieferung von Radaren an die Marinen der Welt begann in den späten 1960er Jahren. Mittlerweile hat Kelvin Hughes über 30 Marinen weltweit mit modernster Radartechnologie ausgestattet. Mit der Übernahme durch HENSOLDT im Jahr 2017 und der Umbenennung in HENSOLDT UK wird nun ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte des Unternehmens aufgeschlagen.

Aus dem Vereinigten Königreich für den Weltmarkt

Das neue HENSOLDT UK schlägt mehr als nur die sprichwörtlichen zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Integration von Kelvin Hughes in HENSOLDT ermöglicht einen wechselseitigen Austausch von Produkten und Kunden.

Das kostengünstige und dennoch hochwertige Produktsortiment von Kelvin Hughes kann nun auch bestehenden HENSOLDT-Kunden angeboten werden. Gleichzeitig hat HENSOLDT nun Zugang zu den vormaligen Kelvin Hughes-Kunden erhalten, zu denen auch das britische Verteidigungsministerium zählt. Und schließlich baut das Unternehmen mit dem Kelvin Hughes-Standort in Enfield seine industrielle Präsenz in Großbritannien aus, stärkt so einen weiteren wichtigen, strategischen Schlüsselmarkt und eröffnet sich neue Geschäftsmöglichkeiten.

Integration in die HENSOLDT-Familie

Während in der ersten Integrationsphase die Prozesse und Verfahren abgestimmt und überwiegend durch diejenigen von HENSOLDT ersetzt wurden, hat die Integration von Produkten und Systemen inzwischen begonnen. Neben Synergien bei den Xpeller-Aktivitäten zur Drohnenabwehr zählen dazu auch die Gefechtsführungssysteme der in Frankreich akquirierten NEXEYA, die gemeinsam mit denen der nun neuen HENSOLDT UK weiterentwickelt werden sollen.

Die Produkte von HENSOLDT UK wurden zwischenzeitlich in die zwei Linien „Security Solutions“ und „SharpEye Radar“ aufgeteilt. Beide werden nun in die IFF-Radar-Produktlinie von HENSOLDT integriert.

„Wir expandieren in Großbritannien und fusionieren unser bestehendes Portfolio mit dem Angebot von Kelvin Hughes und schaffen so komplexe Systemlösungen, die unser Geschäft im Land spürbar voranbringen werden.“

Thomas Müller, CEO HENSOLDT

„Kelvin Hughes und HENSOLDT prägen seit sieben Jahrzehnten den Radarmarkt. Indem wir unsere Produkte unter einem einzigen Markennamen zusammenfassen, erhöhen wir unsere Sichtbarkeit auf dem Markt und eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten.“

Russell Gould, Managing Director HENSOLDT UK

Mehr als 70 Jahre Erfahrung, mehr als 600 südafrikanische Mitarbeiter, zwei außergewöhnliche lokale Geschäftseinheiten und ein globaler Markt – 2019 haben GEW und Optronics ihre Präsenz unter der neuen Marke HENSOLDT South Africa (SA) zusammengeführt und schreiben fortan eine gemeinsame Erfolgsgeschichte.

Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen, um ein neues Kapitel zu eröffnen und die klassische Mathematik eines Besseren zu belehren. So geschah es im vergangenen Jahr bei HENSOLDT in Südafrika. Die beiden seit Jahrzehnten im lokalen Markt verwurzelten Unternehmen GEW und Optronics haben eine gemeinsame Organisation unter der neuen Marke HENSOLDT SA gegründet. Und aus eins plus eins wurde mehr als zwei, denn das Gemeinschaftsunternehmen verschafft HENSOLDT nicht nur eine noch bessere Sichtbarkeit auf dem südafrikanischen und anderen afrikanischen Märkten. Gleichzeitig profitiert nun auch der Weltmarkt für Verteidigungs- und Sicherheitslösungen von der Expertise des neuen Global Players aus Südafrika.

Ein Blick zurück

Seit mehr als 50 Jahren gilt GEW in Pretoria als technologischer Vorreiter für innovative Signalverarbeitung, Spektrum-Management sowie Sicherheitsprodukte und -systeme. Von GEW selbst entwickelte und produzierte Anwendungen für Überwachung und Peilung, elektronische Abwehrmaßnahmen und Frequenzmanagement schützen die Zivilbevölkerung, Streitkräfte und Infrastrukturen weit über die Grenzen Südafrikas hinaus.

Vor über zwei Jahrzehnten gründete HENSOLDT Optronik die südafrikanische Tochtergesellschaft in Irene, welche sich seitdem auf die Entwicklung von luftgestützten Ziel- und Überwachungslösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen konzentriert. Helmdisplays für Piloten, Laserentfernungsmesser und Teile der HENSOLDT-U-Boot-Periskope werden ebenfalls in Südafrika produziert.

Offiziell seit September 2019 in einer gemeinsamen Organisation tätig, beschritten die Mitarbeiter beider ehemals eigenständigen Organisationen innerhalb kürzester Zeit einen aufregenden Weg als HENSOLDT SA. Während beide Geschäftseinheiten eigenständig innerhalb der HENSOLDT-Divisionen Spektrumdominanz & luftgestützte Lösungen sowie Optronik arbeiten, bauen sie als vereintes HENSOLDT-Team eine lebendige neue Organisationskultur auf.

Ein Blick nach vorn

HENSOLDT SA baut die Position als Schwergewicht auf dem nationalen und internationalen Markt für Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden mit Anwendungen für Schiffe, U-Boote, Landfahrzeuge, Hubschrauber und Jets aus. Es ist geplant, das aus den beiden Geschäftseinheiten Optronik (Teil der HENSOLDT-Division Optronik) und GEW (Teil der HENSOLDT-Division Spektrumdominanz & luftgestützte Lösungen) bestehende Geschäft nun zu erweitern. Dazu gehört der Ausbau der HENSOLDT-Division Radar, IFF & COMMS mit der Gründung einer eigenen Geschäftseinheit in Südafrika. Dies hat das Ziel, HENSOLDT SA zum maßgeblichen südafrikanischen Anbieter für Sensorik-Lösungen zu machen.

Mit zusätzlichen Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen in Entwicklung, Service und Vertrieb sollen aus Südafrika heraus in Zukunft neue Märkte erschlossen werden. Im Rahmen der Gesamtstrategie will sich HENSOLDT SA als starke Marke etablieren und zum führenden Lösungs- und Produktanbieter für Verteidigungselektronik in Südafrika und darüber hinaus werden.

Portfolio von HENSOLDT South Africa

Der nordafrikanische Raum zählt gemeinsam mit dem Nahen und Mittleren Osten – kurz MENA (Middle East & North Africa) genannt – zu einer Region, die sich in der Vergangenheit und auch heute noch verschiedenen Sicherheitsbedrohungen stellen muss. Bewährte und neue Partnerschaften eröffnen HENSOLDT Chancen zur Entwicklung seiner dortigen Geschäftsaktivitäten.

Mit eigenen Büros in Abu Dhabi, Saudi-Arabien und der Türkei steht derzeit der Vertrieb im Mittelpunkt der Aktivitäten von HENSOLDT im Nahen und Mittleren Osten. Verteidigungs- und Innenministerien der verschiedenen Länder setzen in einem starken Wettbewerbsumfeld auf die Qualität unterschiedlichster HENSOLDT-Lösungen zum Schutz ihrer nationalen Interessen sowie der Sicherheit ihrer Infrastruktur und ihrer Bevölkerung.

Insbesondere die EloKa- und Sicherheitssysteme der seit 2019 zur neuen HENSOLDT South Africa zählenden GEW genießen seit vielen Jahren eine hohe Reputation in der Region. Darüber hinaus besteht großes Interesse am nahezu gesamten Produktportfolio der HENSOLDT-Gruppe mit besonderem Schwerpunkt auf den neuesten Technologien des Hauses.

Kooperationen, Partnerschaften und Joint Ventures sollen dabei in den kommenden Jahren für die notwendige lokale Präsenz sorgen.

Sichere Grenze

Algerien grenzt an Niger, wo die dschihadistische Terrororganisation Boko Haram nach wie vor für Unruhe sorgt. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Reisen in den Niger. Um insbesondere den Schmuggel von Waffen und Menschen einzudämmen, unterstützen wir von HENSOLDT Algerien bei der Grenzsicherung.

Fahrzeuge, Fußgänger oder niedrig fliegende Objekte werden automatisch aufgeklärt und können bei Tag und Nacht beobachtet werden.

Über Software vernetzt bieten Radar, Optronik und Funk so eine integrierte Lösung zur Absicherung weiter Abschnitte der algerischen Grenzen.

Erfolgreicher Start in Nordafrika

Als Musterbeispiel gilt dafür das seit 2014 bestehende Joint Venture in Algerien. Hier hält HENSOLDT indirekt 49 % an der „Société Commune Algérienne de Fabrication de Systèmes Electroniques“ (SCAFSE), an der auch ein algerisches Staats- und ein lokales Computerunternehmen beteiligt sind. Das Joint Venture ermöglichte HENSOLDT nicht nur den Aufbau einer eigenen Produktion in Algerien. Gleichzeitig leisten die dort gefertigten Produkte einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Region, denn Algerien gilt als Stabilitätsanker im Maghreb.

Im klassischen Sinne eines Joint Ventures ist so eine Partnerschaft entstanden, von der alle Beteiligten profitieren. HENSOLDT erhielt Zugang zum Markt und konnte mit Radaren und Optronik über die Jahre hinweg bereits einen beträchtlichen Umsatz erzielen. Im Gegenzug bekam Algerien dringend benötigtes Know-how, kann eigene Mitarbeiter ausbilden und seine Grenze sichern.

Neues Joint Venture in Saudi-Arabien

Damit liefern die Aktivitäten in Algerien eine nahezu perfekte Blaupause für ein weiteres Joint Venture, das derzeit in Saudi-Arabien vorbereitet wird. Im Dezember 2018 unterschrieb HENSOLDT dazu ein MoU (Memorandum of Understanding) mit der staatlichen SAMI (Saudi Arabian Military Industries). Als Teil der „Vision 2030“ des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman, die 2017 veröffentlicht wurde, verfolgt SAMI unter anderem das Ziel, ausländischen Unternehmen eine lokale Produktion und Entwicklung im Land zu ermöglichen.

Zur Vereinfachung plant HENSOLDT, das Joint Venture 2020 mit einer Beteiligung von 49 % durch HENSOLDT South Africa zu gründen. Aufträge sollen dann Stück für Stück mit dem notwendigen Wissenstransfer gewonnen werden. Die Verhandlungen über erste mögliche Produkte und Systeme, die in das Joint Venture eingebracht werden können, befinden sich teilweise bereits kurz vor dem Abschluss.

Weitere Expansion geplant

Und das ist erst der Anfang. Mittelfristig plant HENSOLDT außerdem die Gründung einer eigenen Niederlassung in Saudi-Arabien. Darüber hinaus steht Pakistan auf der Liste der Länder, in denen das Unternehmen schon bald die Eröffnung eines weiteren Standorts plant.

Denn Produkte von HENSOLDT sind in der MENA-Region nicht nur bekannt, sie werden auch wegen ihrer Technologie und Qualität über alle Maßen geschätzt.

Mit der Gründung der US-amerikanischen Tochterfirma HENSOLDT Inc. in Virginia ist HENSOLDT auf dem Weg, auch in den USA zu expandieren.

Der US-Markt für Verteidigung ist der größte der Welt. Gesteuert aus dem Pentagon in Washington, D.C., entfallen auf ihn ungefähr 60 Prozent der weltweiten Verteidigungsausgaben. Die im Rahmen eines Special Security Agreements operierende HENSOLDT Inc. erweitert HENSOLDT den Zugang zu den streng geschützten US-Militärdiensten und US-Behörden auf spannende und neue Weise. Durch HENSOLDT Inc. hat das US-Militär festgestellt, dass es HENSOLDT-Produkte erwerben und mehr über die außergewöhnliche Ingenieurskunst von HENSOLDT erfahren kann.

Aller Anfang ist schwer

Strenge Beschaffungs- und Sicherheitsvorschriften erwiesen sich bisher als größtes Hindernis für HENSOLDT, um Zugang zum Markt zu erhalten. Daher hat HENSOLDT viel in die Gründung der HENSOLDT Inc. investiert und kann nun unter der Leitung von Ken Loy als CEO und eines in den USA ansässigen Vorstands direkt mit US-Kunden bei streng regulierten und geheimen Programmen zusammenarbeiten. Als Tochtergesellschaft der HENSOLDT-Gruppe hält sich die HENSOLDT Inc. an die Richtlinien und Verfahren der Muttergesellschaft und arbeitet eng mit den Bereichen Vertrieb, Produktion und Kundenbetreuung zusammen. Die Kollegen auf beiden Seiten des Atlantiks haben hart daran gearbeitet, die HENSOLDT Inc. zu etablieren, indem neue Kooperationspraktiken aufgebaut und die Anforderungen der US-Regularien erfüllt wurden.

Die Voraussetzungen sind gut

Einen ersten Namen konnte sich HENSOLDT in den USA bereits mit der Lieferung des TRS-3D-Radars an die dortige Küstenwache und des TRS-4D-Radars an das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin und die US-Marine machen. Dennoch gilt es nun, die Bekanntheit weiter zu steigern und das Markenprofil zu schärfen. Neben der neuen US-Website des Unternehmens, die seit 2019 online ist, trägt auch die Präsenz auf großen Messen und Ausstellungen in Nordamerika dazu bei. So war die HENSOLDT Inc. beispielsweise auf der CANSEC (Kanadas Branchenmesse zu globalen Verteidigungs- und Sicherheitsthemen), beim National Symposium der SNA (Surface Navy Association), auf der Heli-Expo und der SOFIC (Special Operations Forces Industry Conference) vertreten. Bei der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde hat die HENSOLDT Inc. TwInvis vorgestellt, die LCS- und NSC-Programme erweitert, neue Beziehungen zu den Büros der Bodenfahrzeugprogramme der Armee auf- und ihre Beziehungen zu wichtigen US-Partnern in den Bereichen Flugverkehrsmanagement, Sicherheitslösungen und Luftverkehrsmärkte ausgebaut.

Zusätzlich sind für 2020 weitere Kampagnen für einzelne Produktgruppen geplant. Sie sollen die Bekanntheit des umfassenden HENSOLDT-Portfolios steigern.

Das Potential ist gewaltig

Das Potential ist gewaltig

Das US-Verteidigungsministerium hat bereits in der Vergangenheit Interesse an den „Detect and Protect“-Lösungen von HENSOLDT gezeigt und verschiedene Bande wurden geknüpft:

Sowohl die US-Armee als auch das United States Marine Corps haben den augensicheren Laser-Entfernungsmesser ELRF (Eyesafe Laser Range Finder) für den amerikanischen Kampfpanzer M1 erfolgreich im Einsatz getestet. Als M1 ELRF kann er alle bisherigen Laserentfernungsmesser im M1 Abrams ersetzen.

Auch das multifunktionale Selbstschutz-System MUSS für Panzer ist bei der US-Armee im Gespräch. Mit verschiedenen Sensoren warnt es nicht nur vor Panzerabwehrraketen oder lasergesteuerter Munition, es leitet automatisch notwendige Gegenmaßnahmen ein. Bereits in 300 Puma-Schützenpanzern der deutschen Bundeswehr integriert soll das ausgereifte und bewährte System nun den Anforderungen der US-Armee entsprechend weiterentwickelt werden.

Einige Beachtung hat im US-Verteidigungsministerium, im Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten sowie bei der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde zudem das innovative Passivradar TwInvis gefunden. Da es selber nichts aussendet und stattdessen vorhandene VHF- und UHF-Signale nutzt, um Ziele zu lokalisieren, kann es nicht geortet werden. Somit eignet es sich perfekt für verdeckte Überwachungsaufgaben.

Die Weichen sind gestellt

In engem Schulterschluss mit den Kollegen der gesamten HENSOLDT-Gruppe wird das Team der HENSOLDT Inc. seine eigene Engineering-Kompetenz und seine Fertigungsfähigkeiten ausbauen, um auf die Kunden in den USA zugeschnittene Produkte zu liefern. Für das kommende Jahr sind die Weichen für die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit auf „ONE HENSOLDT“ gestellt.

Lateinamerika gilt mit seinen vielfältigen Herausforderungen rund um den Schutz seiner Länder, Bürger, Infrastruktur und Natur als einer der zukunftsträchtigsten Märkte für Sicherheitslösungen jeglicher Art. Nun bekommt der bislang weiße Fleck auf der HENSOLDT-Landkarte erste Konturen.

Zahlreiche Menschen werden Opfer von Drogenhändlern. Der Amazonas-Regenwald brannte für einige Wochen. Der Menschenhandel ist ein profitables Geschäft. Tausende Kilometer Grenzen sind weitestgehend ungesichert. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen, denn Lateinamerika hat ein massives Sicherheitsproblem. Ein gewaltiger Markt für Produkte der HENSOLDT-Gruppe, die – derzeit mit lokalen Teams in Chile, Mexiko und Brasilien präsent – ihr Geschäft in der Region in den kommenden Jahren signifikant ausbauen will.

Eine neue Marke für einen boomenden Markt

Streit- und Sicherheitskräfte vieler Nationen setzen auf Sicherheitslösungen von HENSOLDT zum Schutz von Menschen und Infrastrukturen. Innovativ und agil mit Erfahrung bei Großprojekten gilt das Unternehmen vielerorts als idealer Partner. Nur in Lateinamerika, weit weg von den Produktionszentren in Europa, ist HENSOLDT derzeit noch relativ unbekannt. Mit neuen Partnerschaften, Präsenz auf lokalen Fachausstellungen, gezieltem Marketing und vielen Gesprächen soll sich dies schon bald ändern.

Die ersten Schritte sind getan

Erste Erfolge können bereits verbucht werden. Die chilenische Marine hat gerade das neueste HENSOLDT-Radar TRS-4D erworben. Und auch das brasilianische Heer hat bereits verschiedenste Produkte aus dem Bereich Elektronische Kampfführung erworben. Doch es liegt noch ein gutes Stück Weg vor dem lateinamerikanischen HENSOLDT-Team. Denn jedes Land steht vor ganz eigenen Herausforderungen, die von der inzwischen vielerorts alltäglichen Straßenkriminalität und dem Schutz der Bevölkerung bis hin zur Überwachung der Grenzen reichen.

Die Chancen nutzen

Dabei hält das HENSOLDT-Portfolio Lösungen für nahezu jedes der genannten Probleme bereit. Mit aktueller Sensortechnik, Xpeller-Systemen zur Drohnenabwehr, Boden- und Marine-Radargeräten sowie Optronik-Produkten zur Überwachung können der Drogen-, Waffen- und Menschenhandel effektiver bekämpft und die Sicherheit der Gesamtregion gestärkt werden. Für die in mehreren Ländern anstehende Modernisierung im Verteidigungsbereich bietet HENSOLDT modernste Lösungen für Land, See, Luft und Sicherheit. Nicht nur der boomende Sicherheitsbereich eröffnet zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten, auch im Verteidigungsbereich – insbesondere bei der Marine – gibt es großes Potenzial. So bietet HENSOLDT für den Über- und Unterwasserbereich mit seinen Periskopen wichtige Lösungen.

Darum verfolgt HENSOLDT in Lateinamerika eine klar definierte Wachstumsstrategie. Schrittweise soll die Präsenz auf den Fokusmärkten Brasilien, Kolumbien, Chile, Mexiko und Peru weiter ausgebaut werden. Mit Hilfe von Partnerschaften sollen so beispielsweise eine lokale Produktion ermöglicht, die Marke besser etabliert und das Geschäft erweitert werden. Denn Lateinamerika braucht die Sicherheit, die die Produkte von HENSOLDT bieten können.

Die Chancen

Zwei Drittel des globalen Wachstums werden im Asien-Pazifik-Raum – kurz APAC – erzielt. Selbst China nicht inbegriffen fallen dort mehr als ein Sechstel der weltweiten Verteidigungsausgaben an. Das Ziel im HENSOLDT-Büro in Singapur lautet darum: Expansion.

Als zentrales Merkmal der APAC-Region gilt ihre Heterogenität. Jedes Land zeichnet sich durch andere individuelle kulturelle und soziale Normen aus, die Einfluss darauf haben, wie Geschäfte gemacht werden. Menschen anderer Nationen wird respektvoll, anfangs aber auch durchaus mit Misstrauen begegnet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darum in Bekanntheit, Image und lokaler Präsenz.

HENSOLDT hat dies frühzeitig erkannt. Ausgehend von den vier Ländern mit den höchsten Verteidigungsausgaben der Region – Japan, Südkorea, Indien und Australien – plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren Land für Land mit Produkten und Service-Leistungen Kundennähe aufzubauen. Der Grundstein dazu wurde bereits erfolgreich gelegt, denn deutsche Ingenieurskunst wird auch hier hoch geschätzt.

Singapur – wo alles zusammenfließt

Vom zentralen Vertriebsbüro in Singapur aus – Anfang 2018 in den Räumen des ein Jahr zuvor übernommenen britischen Radarspezialisten Kelvin Hughes eröffnet – steuert HENSOLDT alle Aktivitäten in der Region. Als Verbindungsglied zwischen den Kollegen in Deutschland und Frankreich mit den anderen APAC-Büros werden hier Prioritäten gesetzt, neue Geschäftsmöglichkeiten entwickelt, angebahnt und umgesetzt.

Neben dem weiteren Ausbau der bereits guten Kontakte in Singapur heißt das für die HENSOLDT-Kollegen vor Ort vor allem eins: Reisen. Nur persönliche Treffen und Gespräche mit den Hauptauftragnehmern, Partnern, Kunden und Nutzern schaffen die Basis für die Geschäfte von morgen.

Japan – eigene Repräsentanz geplant

Noch verfügt HENSOLDT über keine Repräsentanz in Japan. Die Betonung liegt hier jedoch auf „noch“, denn bereits für 2020 ist die Eröffnung eines eigenen Büros geplant. Zusätzlich soll durch die Kooperation mit einem lokalen Verteidigungsunternehmen der Zugang zum Markt erleichtert werden. Japan hat für HENSOLDT großes Potential, nicht zuletzt durch den möglichen Ersatz des dort häufig vorkommenden 3D-Radars durch die innovativen 4D-Systeme von HENSOLDT.

Indien und Südkorea – neue Aufträge machen Mut

Indien und Südkorea zählen zu den Ländern, in denen HENSOLDT mit seinen Vorgängergesellschaften und Kelvin Hughes bereits erste Fußabdrücke als Sensorlieferant hinterlassen konnte. Radargeräte, Selbstschutzsysteme und optronische Geräte befinden sich – oftmals bereits seit vielen Jahren – erfolgreich im Einsatz. Im Nicht-Verteidigungsbereich ist HENSOLDT in Indien außerdem führender Anbieter von Eisenbahnsimulatoren für Lokomotivführer.

Kürzliche Bestellungen für U-Boot-Optronik aus Indien und Taiwan sowie mögliche weitere Aufträge aus Südkorea belegen den Erfolg des eingeschlagenen Wegs.

Australien – alle Zeichen auf Wachstum

Die Akquisition eines im gesamten APAC-Raum aktiven australischen Anbieters für Radare und Kundendienstleistungen markieren den Aufbruch in eine neue Zeit auf dem fünften Kontinent. Mit Sitz in der Hauptstadt Canberra bietet die nun unter dem Namen HENSOLDT Australia operierende Einheit Nähe zur dortigen Regierung. Das zum Portfolio des akquirierten Unternehmens gehörende „System Monitoring“ und „System Management“ von Radaren eröffnet zudem einen zusätzlichen Geschäftsbereich. Über die klassische Wartung von Radaren hinaus, steht dabei die fortlaufende Optimierung der Systeme im Mittelpunkt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das zukünftig ins weltweite Geschäft von HENSOLDT integriert werden soll.

Darüber hinaus erhielt HENSOLDT von der Royal Australian Air Force bereits Mitte 2018 den Auftrag für die Installation von neun Radarsystemen zur Flugsicherung und Überwachung des gesamten australischen Luftraums, deren Installation inzwischen begonnen hat.

Das Ziel: den Umsatz merklich steigern

2019 erzielte HENSOLDT in der APAC-Region rund 7 Prozent seines Gesamtumsatzes. Insbesondere Flugsicherungsradare und die Küstenüberwachung bieten eine vielversprechende Basis für weitere Geschäftsmöglichkeiten. Zusätzlich soll der Aufbau von Service-Kapazitäten – auch in Kooperation mit Dritten – weiteren Umsatz generieren und die Kundennähe erhöhen. Neben den vier Top-Märkten stehen dabei auch Länder wie Indonesien, Malaysia, Singapur, Vietnam, Thailand, die Philippinen und Taiwan im Fokus.

Standort Ulm - von der Manufaktur zur Serienproduktion


Wachstum und Serienproduktion – auf diesen einfachen Nenner gebracht hat HENSOLDT seine Radarproduktion am Standort Ulm komplett umgestellt: von der Ausrichtung auf einzelne Projekte mit teilweise extrem kleinen Stückzahlen auf eine standardisierte Serienproduktion. Das Resultat: Der Output hat sich vervielfacht und die Wartezeit für Kunden stark reduziert.

Wir schreiben das Jahr 1913. Mit der Einführung des Fließbandes revolutioniert Henry Ford die Automobilproduktion. Das Geschäft floriert. Das Auto wird zum Massenprodukt, die Serienfertigung zum Synonym für Produktivität.

Auch HENSOLDT hat den Schritt zur Serienproduktion gewagt. Bei einem Hersteller hochsensibler Hightech kann man dies nicht mit einer Massenproduktion im Automobilbereich vergleichen. Aber: Die Umstellung der vier Hauptprodukte des Geschäftsbereichs Radar von aufwändiger Einzelstück- auf Produktionslinien-Fertigung bedeutet auch für HENSOLDT einen gewaltigen Schritt hin zu einer industriellen Herstellung.

Grundlegender Wandel

Globales Wachstum – das beinhaltet für HENSOLDT nicht nur den Vorstoß in neue Märkte, die Entwicklung neuer Produkte und die Akquisition von Unternehmen. Die Strategie umfasst genauso die Integration neuer Produkte ins aktuelle Portfolio und dessen Standardisierung.

So wurden in den vergangenen Jahren die vier Hauptprodukte des Geschäftsbereichs Radar schrittweise in Produktfamilien mit einem gemeinsamen Produkt-Kern zusammengefasst und für eine Serienfertigung vorbereitet: die beiden Luftraumüberwachungsradare TRML-4D für Bodensysteme und TRS-4D für Schiffe, das Bodenüberwachungsradar SPEXER 2000 sowie das Flughafenkontrollradar ASR. Auch die Antennen des Eurofighter-Radars sollen in Zukunft in größeren Stückzahlen serienmäßig gefertigt werden.

Halle 31 – Synonym für Produktivität

Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn ein neues Fertigungskonzept umfasst weit mehr als die Herstellung in Serie. Zukünftige Produkte müssen auch im Hinblick auf eine mögliche Serienfertigung entwickelt werden, der Vertrieb die für die Produktionsraten notwendigen Prognosen und Aufträge liefern. Dazu kommt die eigentliche Produktion. Die hier von den Mitarbeitern in Arbeitsgruppen definierten Maßnahmen beinhalten ebenso die Logistik und Lagerhaltung zur Sicherung des Materialflusses wie eine grundlegende Veränderung und Anpassung der Arbeitsprozesse.

Außerdem wurde in Ulm unsere Halle 31 aufwändig umgebaut, die mit einer Fläche von rund 2.100 Quadratmetern eines der größten Fertigungsgebäude am HENSOLDT-Standort Ulm ist. Anfang 2019 war es dann soweit: Arbeitsplätze, die vorher über den ganzen Standort verstreut waren, wurden zusammengezogen und nach einem, durch die Mitarbeiter selbst entwickelten Ablauf, neu organisiert. Die Serienproduktion konnte anlaufen.

Höhere Stückzahlen – kürzere Wartezeit

Schon heute sind die Erfolge mehr als offensichtlich. Wöchentlich verlässt ein neues Spexer 2000 die Produktion, die TRS-4D-Herstellung wurde signifikant gesteigert, die Serienfertigung des neuen TRML-4D ist angelaufen.

Auch die Serienproduktion des neuen Eurofighter-Radars wird vorbereitet. Allein 30.000 Exemplare des Sende- und Empfangs-Moduls, Hauptkomponente der Antenne des Eurofighter-Radars, sollen künftig pro Jahr hergestellt werden. Insgesamt peilen wir an, dass schon in den nächsten Jahren bis zu 100 komplette Radarsysteme die neue Serienproduktion jedes Jahr verlassen – eine beeindruckende Steigerung des Produktionsvolumens.

Durch die modulare Bauweise können die Radare zudem schneller an individuelle Wünsche angepasst werden, womit wir die Wartezeit der Kunden erheblich verkürzen wollen. Während die Vorlaufzeit für ein ATC-Radar nach Bestelleingang bisher mehrere Monate betrug, arbeiten wir nun darauf hin, die Abnahmetests mit den Kunden und die Lieferung der Radare so bald wie möglich nach der Integration zu beginnen.

Doch das ist erst der Anfang. In den kommenden Jahren soll die Serienproduktion auch auf andere Sensor-Produktfelder ausgedehnt werden. Zug um Zug wird so aus einer Hightech-Manufaktur ein Hightech-Serienfertiger.

Die vier Hauptprodukte

Gemeinsam stärker


Frankreich zählte schon immer zu den Schlüsselmärkten von HENSOLDT. Die Akquisition des französischen Spezialisten für Luftfahrt-, Verteidigungs-, Energie- und Transport-Elektronik NEXEYA bündelt Knowhow und stärkt die Marktposition nachhaltig – auch über die Grenzen Frankreichs hinaus.

Wenn zwei Partner einfach zusammenpassen. Wenn sie gleiche Werte teilen und über eine einheitliche Kunden- und Partnerbasis verfügen. Und wenn zudem ihre Produkte bisher nicht miteinander konkurrierten, sondern sich vielmehr ergänzen. Dann könnte man von einer perfekten Ehe sprechen. Und genau diese Ehe ist HENSOLDT mit NEXEYA eingegangen.

5 Sektoren – ein gemeinsames Ziel

Seit der Gründung im Jahr 1997 – damals noch unter dem Namen Eurilogic – hat sich NEXEYA zu einem angesehenen Spezialisten für elektronische Sicherheitslösungen entwickelt – sowohl im Verteidigungs- als auch im Nicht-Verteidigungsbereich – und ist seitdem konsequent auch über die Grenzen Frankreichs hinaus gewachsen. Aktuelle Schwerpunkte liegen in den Sektoren Luftfahrt, Verteidigung, Energieumwandlung, Sicherheit elektrischer Anlagen und Transport.

Durch die von HENSOLDT getätigte Akquisition entsteht ein neues Schwergewicht auf dem umsatzstarken französischen Markt. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen ihre industrielle und technologische Basis im Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich deutlich ausbauen. Neue, innovative Lösungen sollen mit dem Ziel entwickelt werden, mittelfristig signifikantes Wachstum zu erreichen und Kundenanforderungen bestmöglich zu erfüllen. Mit gemeinsamem Engagement und dem Ziel einer bestmöglichen Umsetzung der Kundenwünsche sollen neue, innovative Lösungen entwickelt und das Geschäftsvolumen in den kommenden drei Jahren verdoppelt werden.

Mehr Kompetenz

Dazu wird auch ein neues Kompetenzzentrum beitragen, das HENSOLDT konzernübergreifend in Frankreich aufbaut. Seine Schwerpunkte: der Bereich Command and Control/ Combat Management System (C2/CMS), robuste Bordsysteme und Prüfstände, überwiegend wasserstoffbasierte Lösungen zur Optimierung der Energieversorgung sowie die Elektronikwartung.

Damit setzt sich die neue HENSOLDT Holding France aus HENSOLDT France und NEXEYA France zusammen. Sie teilen sich das operative Geschäft in den beiden neuen operativen Einheiten „Défense et Sécurité“ (Verteidigung und Sicherheit) sowie „Aerospace et Systèmes Civils“ (Luft-/Raumfahrt und zivile Systeme).

Beidseitige Vorteile

Mit den System- und Servicelösungen von NEXEYA und den Sensoren von HENSOLDT, gepaart mit dem sich ergänzenden Know-how und der Größe der Unternehmen, können neue Märkte leichter erschlossen, umfassende Lösungen für Kunden weltweit entwickelt und neue Geschäftsfelder erkundet werden.

Den Kunden im Fokus

Innovative Lösungen mit hohem Nutzwert für die Kunden bilden seit Anbeginn die DNA von NEXEYA. Aktuell liegen die Schwerpunkte in den nachfolgenden Bereichen.

Luftfahrt

Vom Prototyp bis zu Betrieb und Wartung von Flugzeugen im Verteidigungs- und Nicht-Verteidigungsbereich entwickelt und vertreibt NEXEYA Produkte für die Erprobung der avionischen und elektrischen Netzwerke (Validierung, Integration, Fehlerlokalisierung), Spezialwerkzeug für Fertigungslinien sowie Bordkomponenten zur Energieumwandlung.

Verteidigung

Mit seinen Missionsmanagementsystemen LYNCEA (schiffsgestützte Gefechtsführungssysteme) und ARGOSIA (luftgestützte Systeme zur Führung von Meeresüberwachungs- und ISR-Missionen) ergänzt NEXEYA perfekt die Identifizierungssysteme (IFF) und Datenlinks für den Verteidigungssektor von HENSOLDT.

Energieumwandlung

Einbezogen in die energiepolitischen Aufgabenstellungen unserer Zeit entwickelt und produziert NEXEYA Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien verwalten, auf Wasserstoffbasis speichern und einspeisen. Insbesondere die Technologien zur Energieumwandlung lassen sich dabei auch leistungssteigernd in bestehende HENSOLDT-Produkte integrieren (siehe Kapitel HENSOLDT Innovationen: Energie – immer und überall).

Anlagensicherheit

Mit digitalen Steuerungssystemen, Datenerfassungs- und -kontrollsystemen, hochleistungsfähiger Stromversorgung und modularen Stromversorgungslösungen erfüllt NEXEYA atomare Sicherheitsstandards und sorgt für die Sicherheit elektrischer Anlagen.

Transport

Von den Straßenbahnen über U-Bahnen bis zum Hochgeschwindigkeitszug erhöhen Zugsteuerungen und elektrische Verteilungen von NEXEYA die Zuverlässigkeit und Sicherheit. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen im Automobilsektor Integrationslösungen und Energieumwandlungsprodukte für die elektrische und autonome E-Mobility der Zukunft.

Ein neues Kapitel beginnt


Nach der Übernahme des britischen Traditionsunter­nehmens Kelvin Hughes 2017 wurde HENSOLDT UK gegründet. Unter dieser Marke laufen nun alle Aktivitäten von HENSOLDT in dem Vereinigten Königreich. Durch die Gründung von HENSOLDT UK kann nun ein in Großbritannien ansässiges Unternehmen die gesamte Palette der HENSOLDT-Produkte, unter anderem dem Verteidigungsminis­terium, anbieten, was zusätzlich neue Geschäftsmöglich­keiten eröffnet.

Beim britischen Radarhersteller Kelvin Hughes wird Tradition großgeschrieben. Schließlich reicht die Geschichte des Unternehmens bis ins 18. Jahrhundert zurück und umfasst die Entwicklung von Sextanten und Marinechronometern. Das erste kommerzielle Radar wurde 1948 auf Grundlage von einer im Zweiten Weltkrieg entwickelten Technologie hergestellt. Die Lieferung von Radaren an die Marinen der Welt begann in den späten 1960er Jahren. Mittlerweile hat Kelvin Hughes über 30 Marinen weltweit mit modernster Radartechnologie ausgestattet. Mit der Übernahme durch HENSOLDT im Jahr 2017 und der Umbenennung in HENSOLDT UK wird nun ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte des Unternehmens aufgeschlagen.

Aus dem Vereinigten Königreich für den Weltmarkt

Das neue HENSOLDT UK schlägt mehr als nur die sprichwörtlichen zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Integration von Kelvin Hughes in HENSOLDT ermöglicht einen wechselseitigen Austausch von Produkten und Kunden.

Das kostengünstige und dennoch hochwertige Produktsortiment von Kelvin Hughes kann nun auch bestehenden HENSOLDT-Kunden angeboten werden. Gleichzeitig hat HENSOLDT nun Zugang zu den vormaligen Kelvin Hughes-Kunden erhalten, zu denen auch das britische Verteidigungsministerium zählt. Und schließlich baut das Unternehmen mit dem Kelvin Hughes-Standort in Enfield seine industrielle Präsenz in Großbritannien aus, stärkt so einen weiteren wichtigen, strategischen Schlüsselmarkt und eröffnet sich neue Geschäftsmöglichkeiten.

Integration in die HENSOLDT-Familie

Während in der ersten Integrationsphase die Prozesse und Verfahren abgestimmt und überwiegend durch diejenigen von HENSOLDT ersetzt wurden, hat die Integration von Produkten und Systemen inzwischen begonnen. Neben Synergien bei den Xpeller-Aktivitäten zur Drohnenabwehr zählen dazu auch die Gefechtsführungssysteme der in Frankreich akquirierten NEXEYA, die gemeinsam mit denen der nun neuen HENSOLDT UK weiterentwickelt werden sollen.

Die Produkte von HENSOLDT UK wurden zwischenzeitlich in die zwei Linien „Security Solutions“ und „SharpEye Radar“ aufgeteilt. Beide werden nun in die IFF-Radar-Produktlinie von HENSOLDT integriert.

„Wir expandieren in Großbritannien und fusionieren unser bestehendes Portfolio mit dem Angebot von Kelvin Hughes und schaffen so komplexe Systemlösungen, die unser Geschäft im Land spürbar voranbringen werden.“

Thomas Müller, CEO HENSOLDT

„Kelvin Hughes und HENSOLDT prägen seit sieben Jahrzehnten den Radarmarkt. Indem wir unsere Produkte unter einem einzigen Markennamen zusammenfassen, erhöhen wir unsere Sichtbarkeit auf dem Markt und eröffnen neue Geschäftsmöglich­keiten.“

Russell Gould, Managing Director HENSOLDT UK

1 plus 1 ist mehr als 2


Mehr als 70 Jahre Erfahrung, mehr als 600 südafrikanische Mitarbeiter, zwei außergewöhnliche lokale Geschäftseinheiten und ein globaler Markt – 2019 haben GEW und Optronics ihre Präsenz unter der neuen Marke HENSOLDT South Africa (SA) zusammengeführt und schreiben fortan eine gemeinsame Erfolgsgeschichte.

Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen, um ein neues Kapitel zu eröffnen und die klassische Mathematik eines Besseren zu belehren. So geschah es im vergangenen Jahr bei HENSOLDT in Südafrika. Die beiden seit Jahrzehnten im lokalen Markt verwurzelten Unternehmen GEW und Optronics haben eine gemeinsame Organisation unter der neuen Marke HENSOLDT SA gegründet. Und aus eins plus eins wurde mehr als zwei, denn das Gemeinschaftsunternehmen verschafft HENSOLDT nicht nur eine noch bessere Sichtbarkeit auf dem südafrikanischen und anderen afrikanischen Märkten. Gleichzeitig profitiert nun auch der Weltmarkt für Verteidigungs- und Sicherheitslösungen von der Expertise des neuen Global Players aus Südafrika.

Ein Blick zurück

Seit mehr als 50 Jahren gilt GEW in Pretoria als technologischer Vorreiter für innovative Signalverarbeitung, Spektrum-Management sowie Sicherheitsprodukte und -systeme. Von GEW selbst entwickelte und produzierte Anwendungen für Überwachung und Peilung, elektronische Abwehrmaßnahmen und Frequenzmanagement schützen die Zivilbevölkerung, Streitkräfte und Infrastrukturen weit über die Grenzen Südafrikas hinaus.

Vor über zwei Jahrzehnten gründete HENSOLDT Optronik die südafrikanische Tochtergesellschaft in Irene, welche sich seitdem auf die Entwicklung von luftgestützten Ziel- und Überwachungslösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen konzentriert. Helmdisplays für Piloten, Laserentfernungsmesser und Teile der HENSOLDT-U-Boot-Periskope werden ebenfalls in Südafrika produziert.

Offiziell seit September 2019 in einer gemeinsamen Organisation tätig, beschritten die Mitarbeiter beider ehemals eigenständigen Organisationen innerhalb kürzester Zeit einen aufregenden Weg als HENSOLDT SA. Während beide Geschäftseinheiten eigenständig innerhalb der HENSOLDT-Divisionen Spektrumdominanz & luftgestützte Lösungen sowie Optronik arbeiten, bauen sie als vereintes HENSOLDT-Team eine lebendige neue Organisationskultur auf.

Ein Blick nach vorn

HENSOLDT SA baut die Position als Schwergewicht auf dem nationalen und internationalen Markt für Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden mit Anwendungen für Schiffe, U-Boote, Landfahrzeuge, Hubschrauber und Jets aus. Es ist geplant, das aus den beiden Geschäftseinheiten Optronik (Teil der HENSOLDT-Division Optronik) und GEW (Teil der HENSOLDT-Division Spektrumdominanz & luftgestützte Lösungen) bestehende Geschäft nun zu erweitern. Dazu gehört der Ausbau der HENSOLDT-Division Radar, IFF & COMMS mit der Gründung einer eigenen Geschäftseinheit in Südafrika. Dies hat das Ziel, HENSOLDT SA zum maßgeblichen südafrikanischen Anbieter für Sensorik-Lösungen zu machen.

Mit zusätzlichen Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen in Entwicklung, Service und Vertrieb sollen aus Südafrika heraus in Zukunft neue Märkte erschlossen werden. Im Rahmen der Gesamtstrategie will sich HENSOLDT SA als starke Marke etablieren und zum führenden Lösungs- und Produktanbieter für Verteidigungselektronik in Südafrika und darüber hinaus werden.

Portfolio von HENSOLDT Südafrika

MENA - Herausforderung südöich des Mittelmeers


Der nordafrikanische Raum zählt gemeinsam mit dem Nahen und Mittleren Osten – kurz MENA (Middle East & North Africa) genannt – zu einer Region, die sich in der Vergangenheit und auch heute noch verschiedenen Sicherheitsbedroh­ungen stellen muss. Bewährte und neue Partnerschaften eröffnen HENSOLDT Chancen zur Entwicklung seiner dortigen Geschäftsaktivitä­ten.

Mit eigenen Büros in Abu Dhabi, Saudi-Arabien und der Türkei steht derzeit der Vertrieb im Mittelpunkt der Aktivitäten von HENSOLDT im Nahen und Mittleren Osten. Verteidigungs- und Innenministerien der verschiedenen Länder setzen in einem starken Wettbewerbsumfeld auf die Qualität unterschiedlichster HENSOLDT-Lösungen zum Schutz ihrer nationalen Interessen sowie der Sicherheit ihrer Infrastruktur und ihrer Bevölkerung.

Insbesondere die EloKa- und Sicherheitssysteme der seit 2019 zur neuen HENSOLDT South Africa zählenden GEW genießen seit vielen Jahren eine hohe Reputation in der Region. Darüber hinaus besteht großes Interesse am nahezu gesamten Produktportfolio der HENSOLDT-Gruppe mit besonderem Schwerpunkt auf den neuesten Technologien des Hauses.

Kooperationen, Partnerschaften und Joint Ventures sollen dabei in den kommenden Jahren für die notwendige lokale Präsenz sorgen.

Sichere Grenze

Algerien grenzt an Niger, wo die dschihadistische Terrororganisation Boko Haram nach wie vor für Unruhe sorgt. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Reisen in den Niger. Um insbesondere den Schmuggel von Waffen und Menschen einzudämmen, unterstützen wir von HENSOLDT Algerien bei der Grenzsicherung.

Fahrzeuge, Fußgänger oder niedrig fliegende Objekte werden automatisch aufgeklärt und können bei Tag und Nacht beobachtet werden.

Über Software vernetzt bieten Radar, Optronik und Funk so eine integrierte Lösung zur Absicherung weiter Abschnitte der algerischen Grenzen.

Erfolgreicher Start in Nordafrika

Als Musterbeispiel gilt dafür das seit 2014 bestehende Joint Venture in Algerien. Hier hält HENSOLDT indirekt 49 % an der „Société Commune Algérienne de Fabrication de Systèmes Electroniques“ (SCAFSE), an der auch ein algerisches Staats- und ein lokales Computerunternehmen beteiligt sind. Das Joint Venture ermöglichte HENSOLDT nicht nur den Aufbau einer eigenen Produktion in Algerien. Gleichzeitig leisten die dort gefertigten Produkte einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Region, denn Algerien gilt als Stabilitätsanker im Maghreb.

Im klassischen Sinne eines Joint Ventures ist so eine Partnerschaft entstanden, von der alle Beteiligten profitieren. HENSOLDT erhielt Zugang zum Markt und konnte mit Radaren und Optronik über die Jahre hinweg bereits einen beträchtlichen Umsatz erzielen. Im Gegenzug bekam Algerien dringend benötigtes Know-how, kann eigene Mitarbeiter ausbilden und seine Grenze sichern.

Neues Joint Venture in Saudi-Arabien

Damit liefern die Aktivitäten in Algerien eine nahezu perfekte Blaupause für ein weiteres Joint Venture, das derzeit in Saudi-Arabien vorbereitet wird. Im Dezember 2018 unterschrieb HENSOLDT dazu ein MoU (Memorandum of Understanding) mit der staatlichen SAMI (Saudi Arabian Military Industries). Als Teil der „Vision 2030“ des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman, die 2017 veröffentlicht wurde, verfolgt SAMI unter anderem das Ziel, ausländischen Unternehmen eine lokale Produktion und Entwicklung im Land zu ermöglichen.

Zur Vereinfachung plant HENSOLDT, das Joint Venture 2020 mit einer Beteiligung von 49 % durch HENSOLDT South Africa zu gründen. Aufträge sollen dann Stück für Stück mit dem notwendigen Wissenstransfer gewonnen werden. Die Verhandlungen über erste mögliche Produkte und Systeme, die in das Joint Venture eingebracht werden können, befinden sich teilweise bereits kurz vor dem Abschluss.

Weitere Expansion geplant

Und das ist erst der Anfang. Mittelfristig plant HENSOLDT außerdem die Gründung einer eigenen Niederlassung in Saudi-Arabien. Darüber hinaus steht Pakistan auf der Liste der Länder, in denen das Unternehmen schon bald die Eröffnung eines weiteren Standorts plant.

Denn Produkte von HENSOLDT sind in der MENA-Region nicht nur bekannt, sie werden auch wegen ihrer Technologie und Qualität über alle Maßen geschätzt.

„Yes we can“


Mit der Gründung der US-amerikanischen Tochterfirma HENSOLDT Inc. in Virginia ist HENSOLDT auf dem Weg, auch in den USA zu expandieren.

Der US-Markt für Verteidigung ist der größte der Welt. Gesteuert aus dem Pentagon in Washington, D.C., entfallen auf ihn ungefähr 60 Prozent der weltweiten Verteidigungsausgaben. Die im Rahmen eines Special Security Agreements operierende HENSOLDT Inc. erweitert HENSOLDT den Zugang zu den streng geschützten US-Militärdiensten und US-Behörden auf spannende und neue Weise. Durch HENSOLDT Inc. hat das US-Militär festgestellt, dass es HENSOLDT-Produkte erwerben und mehr über die außergewöhnliche Ingenieurskunst von HENSOLDT erfahren kann.

Aller Anfang ist schwer

Strenge Beschaffungs- und Sicherheitsvorschriften erwiesen sich bisher als größtes Hindernis für HENSOLDT, um Zugang zum Markt zu erhalten. Daher hat HENSOLDT viel in die Gründung der HENSOLDT Inc. investiert und kann nun unter der Leitung von Ken Loy als CEO und eines in den USA ansässigen Vorstands direkt mit US-Kunden bei streng regulierten und geheimen Programmen zusammenarbeiten. Als Tochtergesellschaft der HENSOLDT-Gruppe hält sich die HENSOLDT Inc. an die Richtlinien und Verfahren der Muttergesellschaft und arbeitet eng mit den Bereichen Vertrieb, Produktion und Kundenbetreuung zusammen. Die Kollegen auf beiden Seiten des Atlantiks haben hart daran gearbeitet, die HENSOLDT Inc. zu etablieren, indem neue Kooperationspraktiken aufgebaut und die Anforderungen der US-Regularien erfüllt wurden.

Die Voraussetzungen sind gut

Einen ersten Namen konnte sich HENSOLDT in den USA bereits mit der Lieferung des TRS-3D-Radars an die dortige Küstenwache und des TRS-4D-Radars an das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin und die US-Marine machen. Dennoch gilt es nun, die Bekanntheit weiter zu steigern und das Markenprofil zu schärfen. Neben der neuen US-Website des Unternehmens, die seit 2019 online ist, trägt auch die Präsenz auf großen Messen und Ausstellungen in Nordamerika dazu bei. So war die HENSOLDT Inc. beispielsweise auf der CANSEC (Kanadas Branchenmesse zu globalen Verteidigungs- und Sicherheitsthemen), beim National Symposium der SNA (Surface Navy Association), auf der Heli-Expo und der SOFIC (Special Operations Forces Industry Conference) vertreten. Bei der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde hat die HENSOLDT Inc. TwInvis vorgestellt, die LCS- und NSC-Programme erweitert, neue Beziehungen zu den Büros der Bodenfahrzeugprogramme der Armee auf- und ihre Beziehungen zu wichtigen US-Partnern in den Bereichen Flugverkehrsmanagement, Sicherheitslösungen und Luftverkehrsmärkte ausgebaut.

Zusätzlich sind für 2020 weitere Kampagnen für einzelne Produktgruppen geplant. Sie sollen die Bekanntheit des umfassenden HENSOLDT-Portfolios steigern.

Das Potential ist gewaltig

Das Potential ist gewaltig

Das US-Verteidigungsministerium hat bereits in der Vergangenheit Interesse an den „Detect and Protect“-Lösungen von HENSOLDT gezeigt und verschiedene Bande wurden geknüpft:

Sowohl die US-Armee als auch das United States Marine Corps haben den augensicheren Laser-Entfernungsmesser ELRF (Eyesafe Laser Range Finder) für den amerikanischen Kampfpanzer M1 erfolgreich im Einsatz getestet. Als M1 ELRF kann er alle bisherigen Laserentfernungsmesser im M1 Abrams ersetzen.

Auch das multifunktionale Selbstschutz-System MUSS für Panzer ist bei der US-Armee im Gespräch. Mit verschiedenen Sensoren warnt es nicht nur vor Panzerabwehrraketen oder lasergesteuerter Munition, es leitet automatisch notwendige Gegenmaßnahmen ein. Bereits in 300 Puma-Schützenpanzern der deutschen Bundeswehr integriert soll das ausgereifte und bewährte System nun den Anforderungen der US-Armee entsprechend weiterentwickelt werden.

Einige Beachtung hat im US-Verteidigungsministerium, im Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten sowie bei der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde zudem das innovative Passivradar TwInvis gefunden. Da es selber nichts aussendet und stattdessen vorhandene VHF- und UHF-Signale nutzt, um Ziele zu lokalisieren, kann es nicht geortet werden. Somit eignet es sich perfekt für verdeckte Überwachungsaufgaben.

Die Weichen sind gestellt

In engem Schulterschluss mit den Kollegen der gesamten HENSOLDT-Gruppe wird das Team der HENSOLDT Inc. seine eigene Engineering-Kompetenz und seine Fertigungsfähigkeiten ausbauen, um auf die Kunden in den USA zugeschnittene Produkte zu liefern. Für das kommende Jahr sind die Weichen für die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit auf „ONE HENSOLDT“ gestellt.

Neue Märkte erschließen


Lateinamerika gilt mit seinen vielfältigen Herausforderungen rund um den Schutz seiner Länder, Bürger, Infrastruktur und Natur als einer der zukunftsträchtigsten Märkte für Sicherheitslösungen jeglicher Art. Nun bekommt der bislang weiße Fleck auf der HENSOLDT-Landkarte erste Konturen.

Zahlreiche Menschen werden Opfer von Drogenhändlern. Der Amazonas-Regenwald brannte für einige Wochen. Der Menschenhandel ist ein profitables Geschäft. Tausende Kilometer Grenzen sind weitestgehend ungesichert. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen, denn Lateinamerika hat ein massives Sicherheitsproblem. Ein gewaltiger Markt für Produkte der HENSOLDT-Gruppe, die – derzeit mit lokalen Teams in Chile, Mexiko und Brasilien präsent – ihr Geschäft in der Region in den kommenden Jahren signifikant ausbauen will.

Eine neue Marke für einen boomenden Markt

Streit- und Sicherheitskräfte vieler Nationen setzen auf Sicherheitslösungen von HENSOLDT zum Schutz von Menschen und Infrastrukturen. Innovativ und agil mit Erfahrung bei Großprojekten gilt das Unternehmen vielerorts als idealer Partner. Nur in Lateinamerika, weit weg von den Produktionszentren in Europa, ist HENSOLDT derzeit noch relativ unbekannt. Mit neuen Partnerschaften, Präsenz auf lokalen Fachausstellungen, gezieltem Marketing und vielen Gesprächen soll sich dies schon bald ändern.

Die ersten Schritte sind getan

Erste Erfolge können bereits verbucht werden. Die chilenische Marine hat gerade das neueste HENSOLDT-Radar TRS-4D erworben. Und auch das brasilianische Heer hat bereits verschiedenste Produkte aus dem Bereich Elektronische Kampfführung erworben. Doch es liegt noch ein gutes Stück Weg vor dem lateinamerikanischen HENSOLDT-Team. Denn jedes Land steht vor ganz eigenen Herausforderungen, die von der inzwischen vielerorts alltäglichen Straßenkriminalität und dem Schutz der Bevölkerung bis hin zur Überwachung der Grenzen reichen.

Die Chancen nutzen

Dabei hält das HENSOLDT-Portfolio Lösungen für nahezu jedes der genannten Probleme bereit. Mit aktueller Sensortechnik, Xpeller-Systemen zur Drohnenabwehr, Boden- und Marine-Radargeräten sowie Optronik-Produkten zur Überwachung können der Drogen-, Waffen- und Menschenhandel effektiver bekämpft und die Sicherheit der Gesamtregion gestärkt werden. Für die in mehreren Ländern anstehende Modernisierung im Verteidigungsbereich bietet HENSOLDT modernste Lösungen für Land, See, Luft und Sicherheit. Nicht nur der boomende Sicherheitsbereich eröffnet zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten, auch im Verteidigungsbereich – insbesondere bei der Marine – gibt es großes Potenzial. So bietet HENSOLDT für den Über- und Unterwasserbereich mit seinen Periskopen wichtige Lösungen.

Darum verfolgt HENSOLDT in Lateinamerika eine klar definierte Wachstumsstrategie. Schrittweise soll die Präsenz auf den Fokusmärkten Brasilien, Kolumbien, Chile, Mexiko und Peru weiter ausgebaut werden. Mit Hilfe von Partnerschaften sollen so beispielsweise eine lokale Produktion ermöglicht, die Marke besser etabliert und das Geschäft erweitert werden. Denn Lateinamerika braucht die Sicherheit, die die Produkte von HENSOLDT bieten können.

Die Chancen

Asien-Pazifik - den Umsatz erheblich steigern


Zwei Drittel des globalen Wachstums werden im Asien-Pazifik-Raum – kurz APAC – erzielt. Selbst China nicht inbegriffen fallen dort mehr als ein Sechstel der weltweiten Verteidigungsausga­ben an. Das Ziel im HENSOLDT-Büro in Singapur lautet darum: Expansion.

Als zentrales Merkmal der APAC-Region gilt ihre Heterogenität. Jedes Land zeichnet sich durch andere individuelle kulturelle und soziale Normen aus, die Einfluss darauf haben, wie Geschäfte gemacht werden. Menschen anderer Nationen wird respektvoll, anfangs aber auch durchaus mit Misstrauen begegnet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darum in Bekanntheit, Image und lokaler Präsenz.

HENSOLDT hat dies frühzeitig erkannt. Ausgehend von den vier Ländern mit den höchsten Verteidigungsausgaben der Region – Japan, Südkorea, Indien und Australien – plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren Land für Land mit Produkten und Service-Leistungen Kundennähe aufzubauen. Der Grundstein dazu wurde bereits erfolgreich gelegt, denn deutsche Ingenieurskunst wird auch hier hoch geschätzt.

Singapur – wo alles zusammenfließt

Vom zentralen Vertriebsbüro in Singapur aus – Anfang 2018 in den Räumen des ein Jahr zuvor übernommenen britischen Radarspezialisten Kelvin Hughes eröffnet – steuert HENSOLDT alle Aktivitäten in der Region. Als Verbindungsglied zwischen den Kollegen in Deutschland und Frankreich mit den anderen APAC-Büros werden hier Prioritäten gesetzt, neue Geschäftsmöglichkeiten entwickelt, angebahnt und umgesetzt.

Neben dem weiteren Ausbau der bereits guten Kontakte in Singapur heißt das für die HENSOLDT-Kollegen vor Ort vor allem eins: Reisen. Nur persönliche Treffen und Gespräche mit den Hauptauftragnehmern, Partnern, Kunden und Nutzern schaffen die Basis für die Geschäfte von morgen.

Japan – eigene Repräsentanz geplant

Noch verfügt HENSOLDT über keine Repräsentanz in Japan. Die Betonung liegt hier jedoch auf „noch“, denn bereits für 2020 ist die Eröffnung eines eigenen Büros geplant. Zusätzlich soll durch die Kooperation mit einem lokalen Verteidigungsunternehmen der Zugang zum Markt erleichtert werden. Japan hat für HENSOLDT großes Potential, nicht zuletzt durch den möglichen Ersatz des dort häufig vorkommenden 3D-Radars durch die innovativen 4D-Systeme von HENSOLDT.

Indien und Südkorea – neue Aufträge machen Mut

Indien und Südkorea zählen zu den Ländern, in denen HENSOLDT mit seinen Vorgängergesellschaften und Kelvin Hughes bereits erste Fußabdrücke als Sensorlieferant hinterlassen konnte. Radargeräte, Selbstschutzsysteme und optronische Geräte befinden sich – oftmals bereits seit vielen Jahren – erfolgreich im Einsatz. Im Nicht-Verteidigungsbereich ist HENSOLDT in Indien außerdem führender Anbieter von Eisenbahnsimulatoren für Lokomotivführer.

Kürzliche Bestellungen für U-Boot-Optronik aus Indien und Taiwan sowie mögliche weitere Aufträge aus Südkorea belegen den Erfolg des eingeschlagenen Wegs.

Australien – alle Zeichen auf Wachstum

Die Akquisition eines im gesamten APAC-Raum aktiven australischen Anbieters für Radare und Kundendienstleistungen markieren den Aufbruch in eine neue Zeit auf dem fünften Kontinent. Mit Sitz in der Hauptstadt Canberra bietet die nun unter dem Namen HENSOLDT Australia operierende Einheit Nähe zur dortigen Regierung. Das zum Portfolio des akquirierten Unternehmens gehörende „System Monitoring“ und „System Management“ von Radaren eröffnet zudem einen zusätzlichen Geschäftsbereich. Über die klassische Wartung von Radaren hinaus, steht dabei die fortlaufende Optimierung der Systeme im Mittelpunkt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das zukünftig ins weltweite Geschäft von HENSOLDT integriert werden soll.

Darüber hinaus erhielt HENSOLDT von der Royal Australian Air Force bereits Mitte 2018 den Auftrag für die Installation von neun Radarsystemen zur Flugsicherung und Überwachung des gesamten australischen Luftraums, deren Installation inzwischen begonnen hat.

Das Ziel: den Umsatz merklich steigern

2019 erzielte HENSOLDT in der APAC-Region rund 7 Prozent seines Gesamtumsatzes. Insbesondere Flugsicherungsradare und die Küstenüberwachung bieten eine vielversprechende Basis für weitere Geschäftsmöglichkeiten. Zusätzlich soll der Aufbau von Service-Kapazitäten – auch in Kooperation mit Dritten – weiteren Umsatz generieren und die Kundennähe erhöhen. Neben den vier Top-Märkten stehen dabei auch Länder wie Indonesien, Malaysia, Singapur, Vietnam, Thailand, die Philippinen und Taiwan im Fokus.