HENSOLDT

Business Update

Bericht aus den Divisionen

HENSOLDT International

Divisions­übergreifende Projekte

Supply Chain Management

Einkauf

Digitalisierung

Bericht aus den Divisionen

Radar, IFF & Comms

Radar, IFF & Comms

Erfolgreicher Produkt- und Systemanbieter
Erwin Paulus, Head of Radar, IFF & COMMS

Passive Radare und taktische Luftverteidigungsradare stehen nach wie vor stark im Fokus unseres Geschäftsmodells. Darüber hinaus positionieren wir uns aber zusehends auch in der Rolle als systemverantwortliches Unternehmen für Flugzeugradare und können uns durch unsere neue Rolle bei Plattformgeschäften strategisch wesentlich besser aufstellen. So entwickelt der Name HENSOLDT immer mehr Strahlkraft – national wie international. Neben wichtigen Produkt-Highlights und -Neuentwicklungen trugen dazu 2020 einige wichtige Aufträge bei:

  • Zu den Höhepunkten des abgeschlossenen Geschäftsjahres zählte die Vertragsunterzeichnung für die Entwicklung und Produktion eines neuen AESA-Radars (“Active Electronical Scanning Area”) für die rund 130 Jets der deutschen und spanischen Eurofighter-Flotte. Nicht nur aufgrund des Auftragsvolumens von rund 1,5 Milliarden Euro, sondern weil wir als Systemdesigner im Rahmen eines spanisch-deutschen Industriekonsortiums unter deutscher Führung auftreten und das Projekt von den Eurofighter-Nationen Großbritannien sowie Italien unterstützt wird. Das stärkt unsere internationale Reputation und wird sich auch bei anderen großen Zukunftsprojekten positiv auswirken. Das neue Radar Mk1 wird als Kernkomponente unter anderem einen neuen digitalen Multi-Channel-Receiver und die neueste Generation von Sende‑Empfangsmodulen der Antenne beinhalten. Für die Entwicklung und Produktion werden wir über die gesamte Laufzeit rund 400 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
  • Durch diese neue Rolle im Eurofighter sind wir auch für das „Future Combat Air System“ (FCAS) bestens aufgestellt und können uns als Partner auf Augenhöhe für das dafür neu zu entwickelnde Radar positionieren.
  • Von unserer guten Position bei unseren Kunden haben wir 2020 auch bei anderen großen und wichtigen Projekten profitiert. Bestes Beispiel: Unser TRS-4D Radar, das sich bei der deutschen Marine bereits auf der Fregatte F125 als nicht rotierende- und der Korvette K130 als rotierende Variante erfolgreich im Einsatz befindet. Die positiven Erfahrungen der deutschen Marine mit diesem Radar haben dazu geführt, dass das Vergabeverfahren für das Radar des zukünftigen Mehrzweckkampfschiffs MKS 180 nicht öffentlich ausgeschrieben wurde und wir eine konkrete Produktsetzung im Rahmen der MKS 180 Entwicklung erhalten haben. Damit hat unser Radar die Chance, zum Standard-Radar der deutschen Marine zu werden.
  • Gleichzeitig konnten wir 2020 auch unser internationales Geschäft weiter ausbauen. Einen wichtigen Baustein dazu liefert die im Juli in Südafrika unterzeichnete Vereinbarung zur Übernahme der Geschäftsbereiche Flugverkehrsmanagement (ATM) sowie Verteidigung und Sicherheit von Tellumat – einem Hersteller von Verteidigungs- und Sicherheitslösungen im Bereich Freund-Feind-Identifikationssysteme (IFF), taktische Kommunikation (einschließlich Funk- und Videoverbindungen), unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAV) sowie Datenverbindungen und Avionik. Damit haben wir den Grundstein für den Aufbau einer eigenen Radar-Business Unit in Südafrika gelegt, in der wir unter anderem das Nachfolgeprodukt unseres TRS-3D Radars für internationale Märkte entwickeln und produzieren wollen. So gelingt der Brückenschlag zwischen Kompetenz und Kosteneffizienz und wir eröffnen uns zusätzliche Flexibilität im Exportgeschäft.
  • Und schließlich ist im vergangenen Jahr auch auf Produkt-Ebene einiges voran gegangen. Unser neues TRML-4D Radar ist inzwischen komplett durchentwickelt und wurde für den Testbetrieb auf einem LKW montiert, um es erstmals operativen Testbedingungen aussetzen zu können. Unser neues Non-Rotator IFF zur Freund-Feind-Erkennung wurde an den ersten Kunden, die Norwegische Marine, ausgeliefert. Unser neues Flugabwehr-Radar Spexer 2000 3D wird gerade für unseren deutschen Kunden in einem Fahrzeug integriert. Im Vereinigten Königreich testen wir das Spexer 600 Radar, den Nachfolger des Spexer 500, für die Anwendungen sowohl im zivilen wie im militärischen Bereich. Auch das Manta NEO, unser neues integriertes Display- und Navigationssystem für den Einsatz auf See, befindet sich im Testbetrieb. Und das sind nur die großen Projekte.
  • 2020 hat das Segment Sensors einen Umsatz von über 920 Millionen Euro erzielt. Mit einer gefüllten Produkt‑Pipeline, zahlreichen innovativen Neuentwicklungen und der Integration in zahlreiche große nationale und internationale Projekte sind wir auch für die Zukunft bestens aufgestellt.

    Spektrumdominanz & luftgestützte Lösungen

    Spektrumdominanz & luftgestützte Lösungen

    Der Partner der Wahl
    Celia Pelaz, Head of Spectrum Dominance & Airborne Solutions

    Unser Kompetenzbereich Spectrum Dominance bietet unseren Kunden modulare, skalierbare und maßgeschneiderte Lösungen für das Sammeln, Auswerten und Aufbereiten von Daten im elektromagnetischen sowie im Cyber Spektrum. Mit hochspezialisierten Sensoren, aber auch mit der Auswertung der Rohdaten durch künstliche Intelligenz entsteht so die heute oftmals entscheidende Informationsüberlegenheit. Gefahren können frühzeitig erkannt und Bedrohungen ausgeschaltet werden – sowohl im zivilen wie auch im militärischen Bereich. Mit unserem umfangreichen luftgestützten Portfolio sind wir dabei in vielen Segmenten schon heute ganz vorne im Markt dabei und positionieren uns – wie beispielsweise mit unseren Mission Management Lösungen – im Kompetenzbereich Airborne Solutions zunehmend als integriertes Sensor-Solution-House. Dabei haben wir 2020 in beiden Kompetenzbereichen einige wichtige Meilensteine erreicht:

    Im Bereich Airborne Solutions arbeiten wir hoch integrativ und divisionsübergreifend. Mit Blick auf die Anforderungen unserer Kunden entwickeln wir bestehende Produkte kontinuierlich weiter, optimieren sie und präsentieren neue, innovative Lösungen.

  • Im Rahmen des Projekts „Maritime Airborne Warfare Systems“ (MAWS) – dem deutsch-französischen luftgestützten Seekriegssystem der Zukunft – haben wir 2020 mit ESG und Diehl Defence nicht nur die German-MAWS-GbR gegründet, sondern mit der GbR und dem Konsortialpartner Thales auch die ersten Verträge für die Studienphase gewonnen. So definieren wir als Sensorsystemlieferant zusammen mit unseren Partnern die Anforderungen an die Systemarchitektur, auf der später die eigentliche Flugzeugentwicklung aufbauen wird.
  • Eine führende Rolle haben wir beim „Future Combat Air System“ (FCAS) übernommen, Europas aktuell größtem strategischen Verteidigungsprogramm zur Entwicklung eines Kampfjets der Zukunft. Mit der Übernahme der Leitung des deutschen FCMS-Konsortiums („Future Combat Mission System Consortium“) können wir die Lösungen auf Technologie- und Programmebene entscheidend mitgestalten und sind langfristig und tief in die strategische Weiterentwicklung integriert. Das resultiert in Nähe zum Kunden und sichert uns ein umfangreiches Geschäft mit stabilen Erträgen. Im FCMS Konsortium mit Diehl Defence, ESG und Rohde & Schwarz bündeln wir zudem alle wesentlichen Kernkompetenzen der nationalen Schlüsseltechnologien unter einem Dach.
  • Ein schönes Beispiel für die Anerkennung, die wir bei unseren Kunden genießen, lieferte 2020 die deutsch-tschechische Übung „Timber Express“. Auf ausdrücklichen Wunsch der Bundeswehr konnten wir hier unsere Kompetenz bei der Integration von Datenlinks und Missionssystemen bei Helikoptern demonstrieren.
  • An unserer modularen Kalætron Produktfamilie erkennt man eindrucksvoll, wie erfolgreich wir bei Spectrum Dominance bestehende Produkte weiterentwickeln, sie optimieren und für unsere Kunden Innovationen schaffen. Im Jahr 2020 bildete diese einen besonderen Schwerpunkt:

  • Schon heute kann unser Kalætron Integral dank neuester Sensortechnologie radarbasierte Bedrohungen frühzeitig und auf große Entfernungen erkennen. Daher wurden wir dieses Jahr von unserem deutschen Kunden gebeten, auf Basis des Kalætron Integral und als Generalunternehmer ein umfassendes Angebot zur Integration der Aufklärungsfähigkeit in Trägerplattformen vorzulegen.
  • 2020 haben wir die bereits umfassenden Fähigkeiten der Kalætron Produktfamilie um eine aktive Störung erweitert. Mit unserem neuen Kalætron Attack können wir so erstmals Bedrohungen nicht nur lokalisieren, wir können sie durch gezielte Störsignale auch blenden oder täuschen. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz kann das System so beispielsweise Flugabwehrstellungen in Sekundenbruchteilen orten und selbst die neuesten Systeme mit extremer Frequenzbreite erfolgreich stören. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten von Kampfflugzeugen erheblich, nicht nur zur aktiven Bekämpfung („Electronic Combat Role“ - ECR), sondern auch beim Begleitschutz („Escort Jamming“) und dem Schutz aus großer Distanz („Stand off Jamming“).
  • Auch unser Kalætron Radar Warner für unterschiedliche Hubschrauber-Plattformen hat im Sommer 2020 alle Tests erfolgreich bestanden. Hier haben wir bereits mehrere Angebote für nationale und internationale Projekte abgegeben und erfahren viel positive Resonanz.
  • Damit haben wir beste Voraussetzungen für unser zukünftiges Geschäft geschaffen. 2020 hat die Division einen Umsatz von 253 Millionen Euro erzielt. Für 2021 rechnen wir mit zahlreichen Neu-Aufträgen, sowohl auf Produktebene als auch im Rahmen der großen europäischen Forschungs- und Verteidigungsprojekte.

    Optronik

    Optronik

    Alles im Blick
    Andreas Hülle, Head of HENSOLDT Optronics

    Unsere optronischen und optischen Produkte sowie Lösungen zählen zur Kernkompetenz von HENSOLDT. In zahlreichen verteidigungs- und sicherheitsrelevanten Bereichen sorgen sie im wahrsten Sinne des Wortes für „Durchblick“. Unsere Kunden schätzen die Bedienungsfreundlichkeit, Verlässlichkeit und an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbare Vielfältigkeit unserer Produkte auf dem Wasser, unter Wasser, an Land, in gepanzerten Fahrzeugen, auf bemannten und unbemannten fliegenden Plattformen und sogar im Weltall. 2020 stand dabei für uns ganz im Zeichen der Internationalisierung und unserer strategischen Ausrichtung hin zum Systemanbieter mit intelligenten Überwachungs- und Aufklärungssensoren:

  • Der kombinierte Bereich „Land und Sicherheit“ ist am umsatzstärksten. Unsere Elektro-Optiken und Periskope für Militärfahrzeuge sowie zur Grenzüberwachung sind weit verbreitet und werden als Spitzentechnologie hoch geschätzt. Allein 2020 konnten wir hier einen Auftragseingang von rund 100 Millionen Euro verzeichnen. Zu den Highlights auf Produktseite zählten dabei ein neues Sensor-Paket für den Schützenpanzer Puma und dessen VJTF-Upgrade-Programm (“Very High Readiness Joint Task Force”), das mit Farbsicht die Einsatzfähigkeit steigert. Zusätzlich werden alle SPz Puma mit unserem multifunktionalen Selbstschutzsystem MUSS aufgerüstet. Wir haben Aufträge erhalten, um weitere Leopard- und Marder-Panzer sowie den niederländischen Spähpanzer Fennek mit Optiken auszustatten. Und wir konnten unser innovatives „See Through Armour System“ (SETAS) für gepanzerte Fahrzeuge als Upgrade bei vielen unserer Kunden in Position bringen. Auch beim zukünftigen „Main Ground Combat System“ (MGCS) wird SETAS eine wichtige Rolle spielen. Außerdem hat die amerikanische HENSOLDT-Tochter HENSOLDT Inc. ihren ersten großen Auftrag gewonnen und wird rund 450 Laserentfernungsmesser der Optronics für die M1-Abrams-Panzer der US-Streitkräfte liefern.
  • Im Bereich „Marine“ schreitet unsere Internationalisierung ebenfalls voran. Für die verschiedenen Versionen unserer Optronik-Masten konnten wir Südkorea und Pakistan als neue Kunden hinzugewinnen. Die ersten Auslieferungen an Taiwan sind für 2021 geplant. Neben Deutschland und verschiedenen europäischen Ländern zählt hier auch Indien zu unseren Kunden. Für unser Überwasser-Überwachungssystem MEOS II haben wir erste Aufträge von der deutschen Marine erhalten. Und gemeinsam mit NEXEYA treiben wir in Frankreich die Entwicklung integrierter Brückensysteme voran.
  • In der „Luft- und Raumfahrt“ schreibt gerade unser „Airborne Missile Protection System“ (AMPS) für Helikopter Erfolgsgeschichte. Denn wir sind guter Dinge, damit zukünftig alle NH90-Transporthubschrauber auszustatten und an dem Tiger-Mk3-Upgrade beteiligt zu werden. Auch einen Rahmenvertrag mit Airbus Helicopters für die Ausstattung mehrerer Helikoptermodelle haben wir bereits geschlossen. Dieser macht unser System zum internationalen Standard. Auch HENSOLDT Südafrika trägt wesentlich zu unserem Geschäftserfolg bei und konnte allein für die kommenden zwei Jahre Aufträge für rund 80 unserer luftgestützten ARGOS-II-Überwachungssysteme für Militär-, Grenz- und Seepatrouille-Missionen zeichnen. Bei Polizei-Helikoptern wird ARGOS-II zukünftig auf drei verschiedenen Helikopterplattformen und neben der Bundespolizei auch bei der Landespolizei Thüringen eingesetzt werden. Und schließlich haben wir 2020 die ersten Modelle unserer neuen „Infrarot Missile Warner“ (MAWS) erfolgreich ausgeliefert.
  • Unsere Innovationskraft belegen wir gerade im Bereich „Weltraum“ eindrucksvoll. Hier haben wir erstmalig eine neue Fertigungstechnologie zertifiziert, mit der wir einen 1,4-Meter-Spiegel für einen wichtigen Kunden herstellen.
  • Nicht unerwähnt bleiben sollen auch unsere „Zieloptiken“, deren Entwicklung ja bis zum Namensgeber unseres Unternehmens, Moritz Carl Hensoldt, zurückreicht. Hier werden wir das Maschinengewehr MG5 der deutschen Bundeswehr mit 5.000 weiteren, unserer in Wetzlar produzierten Optiken ausstatten. Mit einer umfassenden Internationalisierungsstrategie wollen wir auch zukünftig weitere Märkte für uns öffnen.
  • Und schließlich entwickelt sich auch das Geschäft unserer „Industriellen Lösungen“ sehr erfolgreich weiter. Für einen der größten Anbieter der Welt für Lithografie-Systeme zur Herstellung von Mikroprozessoren sind wir auf einem sehr guten Weg, mit unseren sogenannten „Final Focus Metrology“-Einheiten (FFM) zur Produktionssteuerung zum bevorzugten Lieferanten zu werden. Mit der 2020 umgebauten Reinraumfertigung in Oberkochen konnten wir so nicht nur die enorm hohen Qualitätsanforderungen dieser Industrie erreichen, wir haben dort auch unsere Produktion verdoppelt.
  • Insgesamt konnten wir 2020 bei Optronics einen Auftragseingang von über 300 Millionen Euro verbuchen und haben einen Umsatz von rund 290 Millionen Euro erzielt. Unser Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz („Book-to-Bill Ratio“) liegt also über 1 und zeigt: Wir wachsen erfolgreich weiter. Zu unserem wirtschaftlichen Erfolg hat dabei auch unsere Supply-Chain-Optimierung beigetragen, die unseren Cash Flow wesentlich verbessert hat.

    Customer Service

    Customer Service

    Auf Wachstumskurs
    Temur Karbassioun, Head of Customer Service

    Traditionell margenstark befindet sich der Customer Service weiterhin auf starkem Wachstumskurs. Dazu trägt ganz wesentlich die intensivere Verzahnung mit den Divisionen und den internationalen Geschäftsorganisationen bei. Die Pandemie-Situation bestätigte dabei den bei HENSOLDT bereits seit Jahren vorangetriebenen Digitalisierungs-Schwerpunkt bei vielen Service-Aktivitäten. Hier einige der Highlights aus 2020:

  • Wie können wir unsere Landesgesellschaften besser vernetzen und die Märkte besser miteinander verknüpfen? Mit diesen Fragen wollten wir uns 2020 eigentlich im Rahmen eines großen internationalen Meetings beschäftigen. Aus dem persönlichen Treffen wurde der Pandemie-Situation geschuldet ein Online-Event, das uns aber eindrucksvoll zeigte, wie uns unsere hohe Kompetenz in Digitalthemen auch intern weiterhelfen kann. In digitalen Meeting-Räumen erarbeiteten die Teilnehmer als digitale Avatare und unter Einsatz von Virtual Reality (VR) ein umfangreiches Service-Portfolio, das sich über unsere gesamte globale Organisation erstreckt und das Fundament unseres zukünftig integrierten Angebots bildet.
  • Auf diesem Fundament ruhen unsere Services für unser eigenes, immer größer werdendes Produkt-Portfolio und Third-Party Produkte, sowie unsere darüberhinausgehenden Special Services. Bei den beiden Letztgenannten lernen wir viel von unseren französischen NEXEYA-Kollegen, die in diesem Bereich schon immer stark waren. Dabei kommt uns unsere umfangreiche technische Expertise zu Gute. Wir besitzen nämlich nicht nur sämtliche notwendige Zertifikate, wir beherrschen auch die Technik für Produkte, von denen andere Abstand nehmen. Aufgrund des großen Potentials leisten wir uns bei HENSOLDT inzwischen sogar eine eigene Vertriebsabteilung, die die entsprechenden Service-Dienstleistungen anbietet.
  • Gleichzeitig treiben wir die Vorteile unseres Domain-Ansatzes bei HENSOLDT auch im Customer Service Bereich voran. Mit Blick auf die Kunden werden so unsere Services bereits von Beginn an in unsere Systemlösungen und Produktangebote integriert. Das gibt den Kunden Sicherheit und bringt uns nachhaltiges Geschäft.
  • Zu den besonders erwähnenswerten Ereignissen im Geschäftsjahr zählte dabei insbesondere die Teilnahme der Bundeswehr an der NATO-Mission „Air Policing Baltikum“, in deren Rahmen Eurofighter-Verbände ins Baltikum entsendet wurden. Unter strengsten Pandemie-Sicherheitsauflagen haben wir unsere Spezialisten nach Estland geschickt, die vor Ort und in die Mission integriert mit Rat und Tat zur Seite standen. Dafür haben wir viel Lob und Anerkennung erhalten.
  • Überhaupt hat uns die Pandemie-Situation einmal mehr unsere Stärken bewiesen. Natürlich konnten wir viele Vor-Ort-Einsätze erstmal nicht durchführen. Aber mittels innerhalb kürzester Zeit entwickelte Computerbasierte Trainings – auch mit Hilfe von VR und AI – sowie neue Möglichkeiten der Fern-Wartung und -Fehlerbehebung haben wir gemeinsam mit unseren IT-Spezialisten Alternativen gesucht und digitale Brücken für unsere Services zu unseren Kunden geschlagen. Wir haben gezeigt, dass wir auch unter extremer Belastung in Sondersituationen einsatzbereit sind und Lösungen finden. Das hat uns viele Bonus-Punkte eingebracht.
  • Damit war 2020 ein wichtiges Jahr für uns. Es hat ein weiteres Mal verdeutlicht, wodurch sich HENSOLDT und unsere Services auszeichnen: Wo andere den Griffel fallen lassen, da machen wir weiter und gehen die Extra-Meile. Ob bei einem 35 Jahre alten Radar in Pakistan oder in die Jahre gekommenen Subsystemen beim Tornado, ob am Boden, in der Luft oder auf See, ob unter schwierigsten Verhältnissen vor Ort oder digital aus der Ferne. Und obwohl Letzteres inzwischen vielfach sehr gut funktioniert, haben wir doch das Ziel, insbesondere unsere Vorortfähigkeiten weltweit und gezielt weiter auszubauen, um so noch näher an unsere Kunden zu rücken.

    HENSOLDT Inter­national

    HENSOLDT France

    HENSOLDT France

    VIVE LA FRANCE
    Jérome Giraud, Geschäftsführer HENSOLDT France und NEXEYA

    Mit der Übernahme von NEXEYA startete im Herbst 2019 ein umfassender Integrationsprozess, der innerhalb kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen wurde. Nun steht das Heben von Synergien im Mittelpunkt. Mit der Sensorkompetenz von HENSOLDT und den Systemlösungen von NEXEYA kann man gemeinsam neue Kunden gewinnen und neue Märkte erobern – aber da geht noch mehr!

    Der französische Verteidigungsmarkt zählt zu den attraktivsten in ganz Europa. Allein die in den kommenden Jahren anstehenden nationalen und gemeinsam mit Deutschland geplanten Projekte umfassen mehrere Milliarden Euro. Zusammen mit NEXEYA kann die HENSOLDT-Gruppe ihren vergrößerten deutsch-französischen Fußabdruck einsetzen, um den entscheidenden Unterschied zu machen – insbesondere bei Projekten wie FCAS, MGCS (siehe weiter unten) oder der EuroMALE-Drohne

    Die Integration: Mission erfüllt

    Die Integration von NEXEYA begann sofort und wurde durch einen Post-Merger-Integrationsprozess (PMI) vorangetrieben. Der PMI ermöglichte es, sich innerhalb kürzester Zeit auf die Prozesse auszurichten und, was noch wichtiger ist, zentrale Mitarbeiter aus Frankreich mit den Stakeholdern der gesamten Gruppe in Kontakt zu bringen, um die Zusammenarbeit zu verbessern.

    Gemeinsam können nun Synergien genutzt und bestehende Produkte verbessert sowie neue entwickelt werden. Fortlaufend werden HENSOLDT-Produkte an die französischen Anforderungen angepasst und NEXEYA-Produkte in die HENSOLDT-Welt integriert – wodurch das weltweite Netzwerk der Gruppe NEXEYA wiederum Zutritt zum globalen Markt ermöglicht.

    Der nächste Schritt: Auf zu neuen Ufern

    Gleichzeitig verbessert der Zusammenschluss für HENSOLDT den Marktzugang in Frankreich – mit einer nun deutlich breiteren industriellen und technologischen Basis im französischen Verteidigungssektor. NEXEYAs Dienstleistungsportfolio erhält in diesem Zusammenhang beispielsweise besonders viel Aufmerksamkeit. Denn mit NEXEYAs Expertise in den Bereichen wie MRO, Nachbau und Reparatur, Obsoleszenz Management sowie im weiteren Sinn Life Cycle Management eröffnet das zukünftige gemeinsame Angebot beider Unternehmen HENSOLDT vollkommen neue Märkte.

    Die Innovationskraft: Energieversorgung der Zukunft

    NEXEYA bringt in die Gruppe auch zukunftsweisendes Fachwissen über wasserstoffbasierte Lösungen ein. Da Umweltfragen sowohl im Verteidigungs- als auch im Zivilbereich kritischer denn je sind, können die bestehenden Lösungen von NEXEYA im Bereich der Wasserstofferzeugung und -speicherung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die Gruppe darstellen. Abgesehen davon spielt der Bereich eine wesentliche Rolle bei der Stärkung der Nachhaltigkeits-Initiativen der Gruppe.

    Die Vision: Ein gemeinsamer Systemanbieter

    Auch die technische Komplementarität ist ein wichtiger Vorteil, denn die Kombination des umfangreichen Sensorangebots der Gruppe mit NEXEYAs Marine-Kampfmanagementsystem und der aeronautischen ISR-Lösung von NEXEYA bietet den Kunden starke Differenzierungsmerkmale und eine Komplettlösung.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die HENSOLDT-Gruppe mit der Übernahme von NEXEYA zu einem wichtigen deutsch-französischen Akteur im Verteidigungsbereich avanciert, der in richtungweisenden bilateralen Programmen eine beachtliche Rolle spielt und damit auch internationale Märkte anspricht.

    HENSOLDT South Africa

    HENSOLDT South Africa

    SAWUBONA SOUTH AFRICA
    Rynier van der Watt, Geschäftsführer HENSOLDT Südafrika

    2019 etabliert, spielt HENSOLDT Südafrika eine immer wichtigere Rolle im Unternehmensuniversum. Erweiterte Kompetenzen resultieren in neuen Produkten und neuen Märkten, die es nun zu erobern gilt.

    „Sawubona“ lautet eine der typischen südafrikanischen Begrüßungen – es bedeutet „Ich sehe dich“ in Zulu, der gängigsten ersten Sprache Südafrikas. Eine angemessene Begrüßung bei einem Unternehmen, das bereits nach kurzer Zeit einen bemerkenswerten Eindruck hinterlassen hat. Die neue Marke – 2019 aus der Zusammenführung von GEW und Optronics entstanden – etabliert sich als die führende südafrikanische Marke in der Verteidigungs- und Sicherheitselektronik. Mit der aktuell größten industriellen Struktur außerhalb Europas liefert HENSOLDT Südafrika schon heute einen wesentlichen Beitrag, um die globale Reichweite des Unternehmens zu erhöhen. Und das ist erst der Anfang.

    Eine Marke – eine Strategie

    2020 stand ganz im Zeichen der Integration der vormals eigenständigen Geschäftseinheiten unter einem neuen Marken-Dach. Inzwischen erfolgreich in eine gemeinsame Organisation mit übergreifender Struktur überführt, unterstützen die zentralisierten Schlüsselfunktionen wie Finanzen, Personal, Recht, Compliance und Kommunikation das Geschäft. Innerhalb der juristischen Einheiten werden nun neue Geschäftseinheiten geschaffen, wie beispielsweise das Radargeschäft, welches gerade eingeführt wird. Ein gemeinsames Entwicklungszentrum bündelt die Ressourcen und Kompetenzen. Hier sollen neue Technologien für lokale, aber auch internationale HENSOLDT-Unternehmen und Kunden entwickelt werden. So steuern die jahrzehntelange Erfahrung und Kompetenz von GEW, HENSOLDT Optronics und das Radargeschäft (früher Tellumat) heute gemeinsam als HENSOLDT SA einen wichtigen Baustein zum internationalen Wachstum des Unternehmens bei.

    Innovative Produkte – neue Märkte

    Die Grundlage dafür bilden die im Markt etablierten innovativen Produkte. Als Gastgeber der „Sovereign Security Conference“ präsentierte HENSOLDT SA seine integrierten Sicherheitslösungen 2020 einem breiten Publikum. Die Konferenz wurde aufgrund der Pandemie-Situation erstmals rein virtuell abgehalten – als erste Veranstaltung dieser Art in der südafrikanischen Industrie. Mehr als 300 Entscheider, Technologieexperten und Wirtschaftsführer aus Afrika informierten sich dabei über die neuesten Lösungen aus den Bereichen Sicherheit, IT und Verteidigung. Kürzlich präsentierte das Unternehmen auch eine Auswahl seiner Verteidigungslösungen bei einem Tag der Fähigkeitsdemonstration vor wichtigen Delegierten aus der Industrie.

    Neue Aufträge sorgten auch darüber hinaus für Umsatz. So wurden die südafrikanische Luftwaffe und die Hubschrauberflotte der deutschen Bundespolizei mit dem luftgestützten ARGOS-II-Überwachungssystem ausgerüstet. Die südafrikanische Kommunikations‑Regulierungsbehörde ICASA erhielt ein automatisiertes Spektrum-Management-System von GEW, dem seit 2000 bevorzugten Lieferanten der Behörde. Und an die afrikanischen Streitkräfte wurde eine neue Flotte gepanzerter Mannschaftstransporter geliefert, die mit dem „Force Protection Jammer“ von HENSOLDT SA ausgerüstet an friedenserhaltenden Missionen beteiligt sind. Außerdem wird der größte Auftrag dieser Art für ein landesweites Spektrum-Management-System im Nahen Osten ausgeliefert, was die Marktführerschaft von HENSOLDT SA in diesem Bereich begründet. Schon heute in ganz Afrika und vielen Ländern der Welt im Einsatz, bilden die innovativen Produkte und Lösungen von HENSOLDT SA so ein solides Fundament für zukünftiges Geschäft.

    Weitere Übernahme – zusätzlicher Geschäftsbereich

    Mit der 2020 erfolgten Übernahme der Geschäftsbereiche Flugverkehrsmanagement (ATM) sowie Verteidigung und Sicherheit von Tellumat hat HENSOLDT SA den Grundstein für den Aufbau einer eigenen Radar‑Geschäftseinheit in Südafrika gelegt.

    Mit seiner über 50jährigen Geschichte gilt Tellumat als einer der führenden Hersteller dieses Bereichs in Afrika. Langjährige Partnerschaften mit Kunden und über 100 Mitarbeiter in Entwicklung, Produktion und Vertrieb an den Standorten in Kapstadt und Pretoria bilden eine solide Basis für die Integration in die HENSOLDT-Unternehmensgruppe. In einem gemeinsamen Inkubations-Projekt soll nun mit innovativen 3D-Land- und Marineradaren die bestehende Führungsposition weiter ausgebaut werden.

    Viel Bewegung – ein Ziel

    In einem Jahr, das durch zahlreiche Veränderungen gekennzeichnet war, hat HENSOLDT SA es nicht nur geschafft, den afrikanischen Markt erfolgreich um eine neue Marke zu bereichern. Diese neue Marke hat auch ihre Position als Schwergewicht auf dem internationalen Markt für Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden mit Anwendungen für Schiffe, U-Boote, Landfahrzeuge, Hubschrauber und Jets weiter ausgebaut und trägt mit ihrem zusätzlichen Exportgeschäft zum globalen Geschäftserfolg der HENSOLDT-Gruppe bei.

    HENSOLDT United Kingdom

    HENSOLDT United Kingdom

    RULER OF THE SEAS
    Russel Gould, Geschäftsführer HENSOLDT UK und Leiter International Business Development

    Seit Jahrhunderten gilt Großbritannien als stolze Seefahrernation. HENSOLDT UK knüpft mit seinen maritimen Navigations- und Überwachungssystemen an diese Tradition an und weitet sein Portfolio schrittweise auf landgestützte Lösungen aus.

    Nach der Übernahme von Kelvin Hughes – inzwischen in HENSOLDT UK umbenannt – liegt der Schwerpunkt des Unternehmens nach wie vor in der Entwicklung und Produktion von maritimen Navigations- und Überwachungssystemen. Dabei verfolgt das Unternehmen eine mehrstufige Strategie. Einen Schwerpunkt bildet der britische Verteidigungsmarkt, im Hinblick auf die absoluten Ausgaben immerhin der zweitgrößte in der NATO-Welt. Vor dem Hintergrund der Pandemie und des Brexits sind hier in den kommenden Jahren verstärkte Investitionen in Projekte des Verteidigungsministeriums zu erwarten. Darüber hinaus hat HENSOLDT UK aber auch den Weltmarkt für maritime Lösungen im Blick, bringt seine Produkte in Systeme der Gruppe ein und erweitert für das Mutterunternehmen den Zugang zum Vereinigten Königreich.

    Investitionen in Menschen und Märkte

    2020 stand dabei ganz im Zeichen strategischer Investitionen. In Großbritannien gilt HENSOLDT – auch durch die Übernahme von Kelvin Hughes – bereits heute als etablierter und starker Marktteilnehmer. Durch die sich abzeichnenden Entwicklungen sowie durch die bereits laufenden Programme eröffnen sich so neue Chancen. Aus einer neu geschaffenen Management-Position heraus beobachtet HENSOLDT UK gezielt alle aktuellen Entwicklungen im britischen Verteidigungsmarkt – auch und besonders im Hinblick auf die anderen Produkte aus dem HENSOLDT-Universum.

    Zusätzlich wurde ein weiterer Fokus auf das internationale Wachstum gelegt und der diesbezügliche Vertrieb verstärkt. Denn der maritime Weltmarkt bietet vielfältige Potentiale, die es nun gemeinsam mit dem HENSOLDT-Mutterunternehmen zu heben gilt. Schließlich hat sich das Vereinigte Königreich in der Vergangenheit unter anderem bereits mehrfach als Sprungbrett in die USA erwiesen.

    Neue Produkte für neue Zielgruppen

    Eine Möglichkeit bietet die bewährte SharpEye-Technologie, die aufgrund ihrer Flexibilität für eine Anzahl von Anwendungen eingesetzt werden kann, die ihre maritimen Wurzeln übertreffen. Zur Küstenüberwachung und in Hafen-Verkehrsleitstellen, zur Grenzüberwachung, aber auch zum Schutz kritischer Infrastrukturen und anderer Sicherheitsanwendungen an Land.

    Gemeinsam mit den Land- und Küstenüberwachungsradaren der HENSOLDT SPEXER Serie, die sich insbesondere auch für die Erkennung von und den Schutz vor Drohnen eignen, entsteht so ein umfassendes Sicherheits- und Überwachungsportfolio für sensible und geschützte Bereiche wie Lager, Perimeter, Infrastrukturen und Grenzen. Dazu hat HENSOLDT 2020 beispielsweise das Einstiegsmodell SPEXER 500 zum SPEXER 600 weiterentwickelt.

    Der Erfolg der Strategie spiegelte sich 2020 bereits in ersten neuen Aufträgen wider – so unter anderem beim Schutz von Windparks in den Vereinigten Staaten.

    Übergreifende Kooperationen für neue Erfolge

    Gleichzeitig intensiviert HENSOLDT UK seine Zusammenarbeit mit den anderen Standorten des Unternehmens. So konnte das britische Navigationsradar erfolgreich in das neue Kampfführungssystem LYNCEA von NEXEYA in Frankreich und in die IFF Anwendung MSSR 2000 integriert werden. 2021 sollen die ersten Exemplare an die französische Marine ausgeliefert werden, bei der sie auf sechs neuen Hochsee-Patrouillenschiffen taktische Datenverbindungen ermöglichen und – dank HENSOLDT UK – für eine verbesserte „Situational Awareness“ sorgen werden.

    Neue Möglichkeiten erschließen

    Mit der Teilnahme an einer Vielzahl aktuell laufender Ausschreibungen, einer gut gefüllten Produkt-Pipeline und der notwendigen personellen Ausstattung stehen so bei HENSOLDT UK alle Zeichen auf Fortschritt und Erfolg. Als voll integrierter Teil der HENSOLDT-Unternehmensgruppe eröffnen sich zusätzliche neue Möglichkeiten und Märkte, die es nun gemeinsam zu erschließen gilt.

    DIVISIONS­ÜBER­GREIFENDE PROJEKTE

    Eurofighter

    Eurofighter

    Das Auge des Typhoons

    Der Eurofighter Typhoon bildet mit über 550 ausgelieferten Flugzeugen das Rückgrat vieler Luftstreitkräfte in Europa. Ab 2025 erhalten deutsche und spanische Jets mit dem ECRS Mk1 Radar von HENSOLDT ein essenzielles Update. Ein Milliardenauftrag, der dem Unternehmen den Weg in die Zukunft ebnet.

    Seit den 1960er Jahren sitzt in der Nase fast jedes Kampfjets in Deutschland und in vielen Ländern Europas ein Radar von HENSOLDT: Vom Starfighter und dem Phantom über den Tornado bis hin zu den bislang drei Eurofighter-Tranchen unterstützen sie als „drittes Auge“ die Piloten bei ihren Einsätzen. Bei der nächsten Ausbaustufe des Radars für den Eurofighter Typhoon wird HENSOLDT nun jedoch erstmalig nicht nur Komponenten der Hardware entwickeln und produzieren. Vielmehr trägt das Unternehmen beim ECRS („Eurofighter Common Radar System“) Mk1 genannten Nachfolgemodell die Verantwortung für das gesamte System-Design. Damit wird HENSOLDT vom Zulieferer zum Systemanbieter für Fighter-Radare und das ECRS Mk1 öffnet dabei Türen für Zukunftsprojekte wie der „Eurofighter Long Term Evolution“ (LTE), dem „Future Combat Air System“ (FCAS) oder dem „Maritime Airborne Weapon System“ (MAWS).

    Dies ist eine Jahrhundertchance für HENSOLDT, die unseren gesamten Radarbereich verändern und ein enormes Wachstumspotenzial freisetzen wird. Dadurch eröffnen sich für uns Zukunftsmärkte, die derzeit noch nicht quantifizierbar sind. Die neue Rolle garantiert das Wachstum des Radargeschäfts für die nächsten 15 bis 20 Jahre und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Gesamtunternehmens.

    Erwin Paulus, Head of Radar, IFF & Comms

    Das Projekt

    Seit fest stand, dass der Eurofighter ein neues Radarsystem erhalten wird, arbeitete HENSOLDT hinter verschlossenen Türen an dessen Entwicklung sowie an der Flankierung der notwendigen politischen Entscheidungen. Gemeinsam mit dem spanischen Partner INDRA wurden Vorbereitungen getroffen sowie mit weiteren Partnern in Großbritannien und Italien ergänzende Gespräche geführt.

    Im Juni 2020 war es dann soweit: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags erteilte die Genehmigung für das Projekt. Kurze Zeit später erfolgte die Beauftragung durch Airbus. Mit der System-Design-Verantwortung für das gesamte Radarsystem als HENSOLDT-eigenes Produkt startete unverzüglich die vollumfängliche Entwicklung.

    Das System

    Das ECRS Mk1 Radarsystem wird gegenüber den bisher existierenden Lösungen eine deutliche Verbesserung darstellen. Bisher sorgten in den unterschiedlichen Eurofighter-Tranchen Radare mit rein mechanisch bewegter Antenne (CAPTOR-M) für Durchblick – vom ersten Tag an übrigens mit Radarantennen und verschiedenen Komponenten von HENSOLDT. Als nächste Entwicklungsstufe kam dann ein Radar mit elektronischer Strahlschwenkung (sog. „Active Electronically Scanned Array“, kurz AESA) zum Einsatz – das CAPTOR-E.

    Doch selbst die bereits deutlich verbesserten Sende- und Empfangsleistungen des CAPTOR-E werden durch das ECRS Mk1 in den Schatten gestellt: Mit seinem digitalen Mehrkanalempfänger und den neu entwickelten Sende- und Empfangsmodulen wird das ECRS Mk1 bereits in Ausbaustufe „Step 1“ nochmals erheblich gesteigerte Aufklärungs- und Feuerleitfähigkeiten erhalten. Als nationale Schlüsseltechnologie und zentraler Sensor des Eurofighters ist das neue Radar damit von herausragender Bedeutung.

    Die Mission

    Bis 2025 wird nun der neue digitale Mehrkanalempfänger entwickelt. Dieser erlaubt sogar eine Nachrüstung der bereits ab 2023 vorab auszuliefernden sogenannten „Step 0“-Radare.

    In einer künftigen Ausbaustufe des Radars (sogenannte „Step 2“-Radare) wird der digitale Empfänger dank umfangreicher Softwareerweiterungen dann in der Lage sein, die Daten von noch deutlich mehr Kanälen auszuwerten und aufzubereiten. Das Resultat: Eine ultra-hochauflösende Bildgebung, eine nochmals verbesserte Zielerkennung sowie neuartige Funktionen der elektronischen Kampfführung.

    Als HENSOLDT-Komplettsystem wird das neue Eurofighter-Radar so die Wachstumsstrategie des Unternehmens zentral vorantreiben und die Weichen für eine neue strategische Rolle des Unternehmens stellen – vom Zulieferer zum Systemanbieter und damit auf Augenhöhe mit den größten der Branche.

    FCAS

    FCAS

    Europäischer Himmelsstürmer

    Es gilt als Europas größtes strategisches Verteidigungsprogramm. Das „Future Combat Air System“ – kurz FCAS – wird weit mehr als das Kampfflugzeug der Zukunft. Es steht für Kooperation: Zwischen den Ländern und Partnern wie zwischen dem neuen Flugzeug mit anderen an einer Mission beteiligten Akteuren.

    Die Zeiten, in denen einzelne, besonders begabte Piloten vom Schlage eines Manfred von Richthofen Luftschlachten entscheiden konnten, sind lange vorbei. Die Lufthoheit über den komplexen Einsatzgebieten von morgen werden bemannte und unbemannte Flugzeuge im taktischen Verbund und über eine „Combat Cloud“ vernetzt mit anderen Einheiten am Boden und auf See erobern.

    Im Zentrum: Das „Future Combat Air System“ (FCAS), eines der technologisch und politisch bedeutendsten Vorhaben der Gegenwart Europas. Gemeinsam wollen die beteiligten Länder ein Flugzeug entwickeln, das begleitet von unbemannten Drohnen und im ständigen Datenaustausch mit anderen Einheiten die Fähigkeiten bisheriger Kampf-Jets in den Schatten stellt und die europäische Verteidigungsfähigkeit garantieren soll.

    Herausforderung 1: die politische Ebene

    Ein Projekt dieser Größenordnung und Bedeutung kann und will keines der beteiligten Länder allein stemmen. Die aktuell von Deutschland, Frankreich und Spanien vorangetriebene Entwicklung muss zahlreiche Abstimmungen durchlaufen und könnte zudem in Zukunft auch für weitere Länder interessant werden. Schweden und Italien haben sich dem parallellaufenden britischen „Tempest“-Konzept eines neuen Tarnkappenflugzeugs angeschlossen. Mögliche Kooperationen oder Zusammenführungen sind nicht ausgeschlossen.

    Herausforderung 2: die Technologie

    Bevor die eigentliche Entwicklung starten kann, haben die deutschen Beteiligten ein Konsortium gegründet, um eine der Hauptaufgaben zu lösen: Das Zusammenspiel der miteinander vernetzten Sensoren und Effektoren. Unter Federführung von HENSOLDT gehören diesem „Future Combat Mission System“ (FCMS) Konsortium die Firmen Diehl Defence, ESG und Rohde & Schwarz an. Gemeinsam sollen Lösungen für eine der wichtigsten Säulen des Projekts entwickelt werden: Das Erkennen, Orten und Ausschalten von Zielen und Bedrohungen – zur Sicherstellung der Lufthoheit, national wie auch im Bündnis.

    Vorteil HENSOLDT: die Erfahrung

    HENSOLDT punktet hier mit seiner weitreichenden und vielfach bewährten Erfahrung im Bereich der Sensorik für Kampfflugzeuge. Ob luftgestützte Radar- und Signalaufklärungssysteme, ob Feuerleitsensoren oder Freund-Feind-Erkennung, ob Zielerfassung und -bekämpfung oder Bedrohungsabwehr – HENSOLDT-Sensorik liefert schon heute in zahlreichen bemannten und unbemannten Flugzeugtypen bei Tag und Nacht die notwendigen Informationen zur Überwachung, Identifizierung und Zielerfassung im Luftraum und am Boden des Operationsgebiets.

    Nun gilt es diese ständig steigende Menge an Daten – auch zur Koordination der geplanten unbemannten Systeme – auszuwerten und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Echtzeit nutzbar zu machen. Denn in Zukunft entscheiden Millisekunden. Mit seiner Kompetenz im Bereich „Airborne Solutions“ verfügt HENSOLDT schon heute über die dafür notwendige Hard- und Software und entwickelt diese kontinuierlich weiter.

    So arbeiten derzeit bereits rund 50 Mitarbeiter an den Zukunftslösungen für FCAS und das luftgestützte Seekriegssystem MAWS (siehe übernächstes Kapitel) . Und die Teams werden weiter wachsen.

    Die sieben Säulen des FCAS

    Die Entwicklung des luftgestützten Waffensystems der Zukunft ruht auf sieben Säulen, für die auch bereits erste Aufträge zur Definition der notwendigen Technologien vergeben wurden:

    • 1. Die Flugzeug Platform
    • 2. Das Triebwerk
    • 3. Die unbemannten Begleitflugzeuge
    • 4. Die Vernetzung in einer Air Combat Cloud
    • 5. Der Test der Konzepte im virtuellen Raum
    • 6. Die vernetzte Sensorik
    • 7. Das Tarnkappenkonzept

    Gemeinsam mit seinen Partnern macht HENSOLDT im inzwischen vorgestellten Sensor-Effektor-Verbund die notwendige Technologie für die sechste Säule – die vernetzte Sensorik – einsatzbereit. Nach weiteren, definierten Stufen der Entwicklung soll laut derzeitiger Planung 2027 der erste fliegende Demonstrator vorgestellt werden und ab ca. 2035 das FCAS einsatzbereit sein.

    MGCS

    MGCS

    Intelligenter Vormarsch

    Bei dem gemeinsam von Deutschland und Frankreich geplanten „Main Ground Combat System“ (MGCS) will HENSOLDT als Systemhaus punkten und alle Fähigkeiten intelligent vernetzt aus einer Hand anbieten.

    Auch wenn es auf den ersten Blick – wahrscheinlich – so aussehen wird: Das angestrebte „Main Ground Combat System“ (MGCS) wird weitaus mehr als „nur“ ein Panzer. Als Nachfolger des Leopard 2 auf deutscher und des Leclerc auf französischer Seite liegt seine Besonderheit vielmehr in der intelligenten Vernetzung und Zusammenführung unterschiedlichster Informationen in einem System. Nur so kann es Möglichkeiten eröffnen, von denen heutige Panzerfahrer nur träumen können.

    Mit künstlicher Intelligenz alles im Blick

    Möglich wird dies durch die vielfältige Sensor-, Radar- und Kommunikationstechnik, die bereits heute zur Verfügung steht und in den kommenden Jahren weiterentwickelt wird. Sie liefert die notwendigen Informationen, damit sich die MGCS-Besatzung sicher und schlagkräftig alleine wie im Verbund in feindlichem Terrain bewegen kann.

    Variabel genutzte Sensoren und Radare erzeugen am Fahrzeug die notwendigen Basis-Daten. Unbemannte Drohnen, die sich selbstständig in Schwärmen organisieren, liefern zusätzliche Aufklärung. Das Besondere: Diese Daten sollen nicht nur der Besatzung im Fahrzeug zur Verfügung stehen. Vielmehr fließen sie – über störunempfindliche Laserkommunikation und weitere Drohnen als Relaisstationen – in einem zentralen System zusammen.

    Das Resultat: Die Besatzung eines Fahrzeugs kann sehen, was die Besatzung aller weiteren Fahrzeuge sieht. Und sie erhält ein mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgewertetes sowie intuitiv aufbereitetes, komplexes und fahrzeugübergreifendes Komplett-Lagebild aus allen verfügbaren Informationen. Navigation bei schlechten Sichtverhältnissen bis hin zum autonomen Fahren in schwerem Gelände, automatische Warnungen vor drohenden Gefahren sowie die ebenfalls automatische Abwehr von physischen wie auch Cyber-Angriffen könnten so Realität werden.

    Ein Griff ins Regal

    Für HENSOLDT bietet das MGCS-Projekt vielfältige Anknüpfungspunkte, liegen doch nahezu alle für das System benötigten Fähigkeiten bereits vor. Der sprichwörtliche „Griff ins Regal“ reicht aus.

    HENSOLDT Optronics kann die notwendigen Sensoren zuliefern. Von Wärmebild-, Nachtsicht- und Zielgeräten über Laserentfernungsmesser und -kommunikationssysteme bis hin zu automatischen Selbstschutz- und Feuerleitsystemen. Das Radar-Portfolio bietet Geräte für die Luft- und Bodenüberwachung. HENSOLDT Ventures ermöglicht den Schutz vor Cyber-Angriffen. Und in SETAS – dem „See Through Armour System” von HENSOLDT – können alle Daten zusammenfließen, ausgewertet und in einer übersichtlichen 360 Grad Rundumsicht dargestellt werden.

    Die Umsetzung

    Im nächsten Schritt sollen nun technische Demonstratoren für die unterschiedlichen Komponenten des MGCS entwickelt werden – vom Fahrwerk über die Bewaffnung bis hin zum Sensor-System. In immer komplexer werdenden Einsatzbereichen kommt Letzterem – intern „Main-Technology-Demonstrator 12“ (MTD 12) genannt – eine besondere Bedeutung zu. Denn nur wer alle Ziele und Bedrohungen in einem schnellen und einfach verständlichen Lagebild in Echtzeit verfolgen und analysieren kann, wird auch wirkungsvoll reagieren können.

    MAWS

    MAWS

    Sicher auf See

    Das luftgestützte Seekriegssystem „Maritime Airborne Warfare System“ soll zukünftig die Sicherheit auf See garantieren. Die Basis dafür schafft HENSOLDT mit Partnern aus Deutschland und Frankreich.

    2018 fiel auf deutsch-französischer Ebene der Entschluss, gemeinsam einen Ersatz für die in die Jahre gekommenen Seefernaufklärer Breguet Atlantique 2 der französischen und P-3C Orion der deutschen Marine zu entwickeln. Das Besondere: Erstmalig sollen militärische Systemanbieter eine Machbarkeitsstudie zu den Anforderungen der Zukunft durchführen, bevor auf deren Basis dann die Aufträge zur Entwicklung eines geeigneten Waffensystems vergeben werden können.

    Neue Bedrohungen – neue Anforderungen

    In den vergangenen Jahren hat die Bedrohungslage nicht nur generell zugenommen, bedingt durch den technologischen Fortschritt ist sie auch deutlich komplexer geworden und bedarf um ein Vielfaches schnellerer Reaktionszeiten. Die bisherigen und über viele Jahrzehnte bewährten Seefernaufklärer werden nicht in der Lage sein, alle zukünftigen Anforderungen uneingeschränkt zu erfüllen. Die Zukunft liegt im Verbund operierender/fliegender Plattformen, die mit Hilfe von vielfältigen Sensoren in großen Seegebieten Bedrohungen über und unter Wasser erfassen, verfolgen und neutralisieren können. Diese werden in Echtzeit mit anderen bemannten wie unbemannten Systemen, den See- und Teilstreitkräften aber auch beispielsweise Satelliten kooperieren und relevante Daten austauschen.

    Darum haben Deutschland und Frankreich – erstmals in der Geschichte der militärischen Luftfahrt – den Entschluss gefasst, zuerst die vielfältigen Anforderungen an die Systemarchitektur zu definieren und erst dann darauf basierend mit der eigentlichen Flugzeugentwicklung zu starten. Mit seinen drei Konsortialpartnern ESG, Diehl Defence und Thales leistet HENSOLDT die dazu notwendige Vorarbeit.

    Zwei Studien – ein Ziel

    Ende 2020 erhielt HENSOLDT gemeinsam mit seinen Partnern den Auftrag für die erste MAWS-Machbarkeitsstudie. Basierend auf dem neuesten Stand der Technik und der daraus resultierenden Möglichkeiten soll das Team in den kommenden zwei Jahren das – wie es wörtlich heißt – dazu „optimale Gefechtssystem ermitteln“, welches „alle Arten von Missionen erfüllen kann“.

    Gleichzeitig erhielt HENSOLDT im Jahr 2020 gemeinsam mit seinen deutschen MAWS-Partnern den Auftrag für eine nationale Ergänzungsstudie. Sie soll klären, wie das MAWS in die deutsche militärische Systemumgebung integriert werden kann und welche nationalen Richtlinien – auch im Hinblick einer Zertifizierung – eingehalten werden müssen.

    HENSOLDT besetzt bei beiden Studien wichtige Schlüsselpositionen und stellt unter anderem den „MAWS Chief Engineer“, einen „Combat Mission System Architect“ und den „Anti-Surface Warfare Architect“. Rund 20 Experten aus anderen Divisionen leisten die notwendige Zuarbeit bei diesem für das Unternehmen wichtigen Projekt auf dem Weg zum militärischen Systemhaus.

    • 2018
      Deutschland + Frankreich
      Entschluss für die gemeinsame Entwicklung einer neuen luftgestützten Seeaufklärung
    • Ende 2020
      Machbarkeitsstudie
      Optimales Gefechtssystem
    • Ende 2020
      Ergänzugsstudie
      Integration MAWS in deutsche Führungssysteme
    • Ende 2022
      MAWS
      Ermittlung des optimalen Gefechtssystem
    Europäische Projekte

    Europäische Projekte

    Im Team für die Zukunft

    Auf europäischer Ebene forscht HENSOLDT gemeinsam mit anderen Unternehmen und Organisationen an Systemen und Lösungen, die unsere Zukunft sicherer machen werden.

    Nur gemeinsam sind wir stark. Nur gemeinsam können wir die komplexen technologischen Herausforderungen für eine sichere Zukunft lösen. Darüber herrscht auch politisch in Europa breite Einigkeit. In grenzübergreifenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten arbeitet HENSOLDT mit anderen führenden Unternehmen und Organisationen daran, große Projekte zur vielfältigen Verteidigung von morgen auf eine gemeinsame technologische Basis zu stellen. Denn nur durch Innovation und eine wettbewerbsfähige europäische Industrie kann die Europäische Verteidigungsunion auch wirksam funktionieren und die Krisen der Zukunft gemeinsam bewältigen. Hier drei Beispiele:

    CROWN – die Krone des elektronischen Zusammenspiels

    Wie kann man die wichtigsten Radar- und Kommunikationsfunktionen eines Flugzeugs in einem System mit der elektronischen Kriegsführung optimal zusammenführen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungs- und Technologieprojekt „Combined Radar, Communications and Electronic Warfare functions“ (CROWN) der EU. Das Ziel: Die Definition einer übergreifenden Systemarchitektur einschließlich der dazu notwendigen Komponenten. Damit erhalten nicht nur die Flugzeuge von morgen eine innovative Lösung, die kleiner, leichter, kostengünstiger und leistungsfähiger ist. Gleichzeitig wird auch eine Basis geschaffen, auf der zukünftige Systeme am Boden und zur See aufsetzen können.

    Für das Projekt haben elf Unternehmen und Forschungsorganisationen wie die Fraunhofer Gesellschaft, die Niederländische Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung (TNO) oder das schwedische Forskningsinstitut (FOI) ein Konsortium gebildet. Das Budget beträgt 10 Millionen Euro.

    HENSOLDT unterstützt dabei im Wesentlichen die Entwicklung des Systemkonzepts und des Architekturdesigns sowie der notwendigen, digitalen Radar- und Kommunikationslösungen.

    EUDAAS (EDIDP) – für die Sicherheit der Eurodrohne

    Die Drohnentechnologie gilt als eines der Schlüsselelemente zukünftiger Sicherheitspolitik. Gemeinsam mit Frankreich, Italien und Spanien nimmt Deutschland hier bei dem Projekt Eurodrohne eine führende Rolle ein. In mittlerer Flughöhe wird sie wichtige Echtzeit‑Aufklärung leisten.

    Das EUDAAS-Projekt (European Detect And Avoid function based on new Sensors) soll gewährleisten, dass sich derartige Drohnen den Luftraum zusammen mit anderen bemannten und unbemannten Flugzeugen sicher teilen können. Mit einem Budget von 27,5 Millionen Euro arbeiten zehn internationale Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen an den notwendigen Technologien. Eine zentrale Aufgabe wird dabei den Sensoren zukommen, mit denen die Flugzeuge ihr Umfeld und ihr Aufklärungsareal permanent beobachten. HENSOLDT bietet hier den einzigen voll integrierten Sensor zur Erkennung und Verfolgung von möglichen Gefährdungen.

    REACT (EDIDP) –Schutz durch Störung

    Eine der größten Bedrohungen der Zukunft geht von elektronischen Angriffen aus. Mit dem Projekt REACT (Responsive Electronic Attack for Cooperation Tasks) will die EU ihren Mitgliedsstaaten die notwendige Technologie zur Verfügung stellen, derartige Angriffe selbständig ausführen zu können, um damit potentielle Bedrohungen auszuschalten.

    Primär unbemannte Kampfflugzeuge sollen damit als Geleitschutz Gefährdungen am Boden, auf See und in der Luft neutralisieren können. Bei dem mit einem Budget von 14,8 Millionen Euro ausgestatteten Projekt liefert HENSOLDT einen wichtigen Beitrag bei der Ausarbeitung des Operationskonzepts und der Entwicklung zukünftiger Störsender.

    HENSOLDTs Weltraumgeschäft

    HENSOLDTs Weltraumgeschäft

    Unendliche Weiten für neues Geschäft

    Bereits seit 1962 sammelt HENSOLDT Erfahrungen im Weltall und liefert Schlüsselkomponenten für optische Instrumente und Radare, die für den Einsatz unter Weltraumbedingungen vorgesehen sind.

    Ob zivil oder militärisch – der Weltraum ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Seit der ersten bemannten Mondlandung von Apollo 11 mit dabei: High-Tech von HENSOLDT. Heute entwickelt der Geschäftsbereich Space in Zusammenarbeit mit den Großen der Branche Lösungen für die Erd-/Planetenbeobachtung, Kommunikation, Sicherheit und Exploration im All. Im Auftrag von NASA, ESA und DLR werden somit aus vorhandenen Radar- und Optik-Kompetenzen neue Geschäftspotentiale erschlossen.

    Von der Erde ins All

    Dabei konzentriert man sich im Wesentlichen darauf, die bewährten Technologien aus dem terrestrischen Luft- oder Bodenbereich so anzupassen, dass sie den hohen Anforderungen im Weltall gewachsen sind. Denn dort müssen sie unter extremsten Bedingungen mindestens zehn Jahre verlässlich und ohne Wartung funktionieren.

    Hier kann HENSOLDT doppelt punkten: Zum einen haben die Technologien oftmals bereits im militärischen und zivilen Einsatz ihr Potential unter Beweis gestellt. Zum anderen durchlaufen nur jene Technologien den für den Einsatz im Weltraum notwendigen langwierigen und aufwändigen Zertifizierungsprozess, für die es auch Marktpotential gibt. HENSOLDT Space Consulting kann mit seiner Expertise dabei helfen, diese raumfahrtbezogenen Qualifizierungsprozesse erfolgreich umzusetzen.

    Safety first

    Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit im Weltraum.

    Unsere Anwendungen decken die Bereiche Radar, Optronik, Cyber und Spectrum Dominance ab. Hierzu entwickeln wir neue Sensortechniklösungen in den Bereichen „Synthetic Aperture Radar“ (SAR), Teleskope, optische Instrumente sowie Hard- und Software-Lösungen gegen Cyberangriffe. Getreu dem Unternehmensmotto „Detect and Protect“ hilft hierbei innovative HENSOLDT-Technologie, die oftmals über hundert Millionen Euro teuren Satelliten vor den verschiedensten Bedrohungen im Weltall zu schützen. Zum einen Schutz vor den 20.000 mehr als zehn Zentimeter großen und über 700.000 mehr als ein Zentimeter großen Teilen, die die Erde heute mit einer Geschwindigkeit von rund 25.000 Kilometern pro Stunde als Weltraumschrott umkreisen. Jedes dieser Schrottteilchen wäre in der Lage, einen der wertvollen Satelliten zu beschädigen oder sogar zu zerstören. Zum anderen Schutz vor eventuellen Cyber-Angriffen auf die Hard- oder Software der Satelliten.

    Auch hier kann bewährte HENSOLDT-Technologie einen Beitrag leisten, den die Weltraumagenturen wie NASA, ESA und DLR zu schätzen wissen.

    Aktuelle Weltraumprojekte

    Das Weltraumgeschäft von HENSOLDT konzentriert sich auf die drei Schwerpunkte Erd- und Planetenbeobachtung (Planet and Space Observation), Kommunikation (Optical Communication in Space), sowie Sicherheit (Protection in Space). Nachfolgend vier Beispiele für aktuelle Satellitenprojekte und Missionen mit HENSOLDT Beiträgen:

  • Optische Instrumente für Wettersatelliten (MetOp, METImage)
  • Sensoren für moderne SAR-Satelliten (TanDEM-X, PAZ, KOMPSat-6)
  • Komponenten für Aufklärungssatelliten
  • Instrumente für Explorationsmissionen (James Webb Space Telescope, Bepi Colombo, Juice)
  • Supply Chain Management

    Supply Chain Management

    Supply Chain Management

    Cash is King

    Innovations- und Produktzyklen werden immer kürzer und Unternehmen müssen sich ständig weiterentwickeln und verbessern, um langfristig bestehen zu können. Auf dem Weg zum Systemanbieter begegnet HENSOLDT dieser Herausforderung mit einem Kulturwandel, der auf eine integrierte Betrachtung des Produkt- und Projektmanagements aller Abteilungen und Bereiche abzielt.

    Mit der Einführung eines unternehmensweiten und funktionsübergreifenden Supply Chain Managements (SCM) will HENSOLDT unter Einbindung von Lieferanten, internen Abläufen und Kundenanforderungen den Fluss von Informationen, Materialien und Kapital optimieren. Den entscheidenden Unterschied macht dabei das dynamische Zusammenwirken verschiedener Teile der Lieferkette, das aufgrund der Verringerung der Fertigungstiefe und der zunehmenden Arbeitsteilung nötig wurde. Dadurch werden Vertrieb, Projektmanagement der Divisionen sowie Customer Service und Beschaffung mit der aktuellen Produktionsplanung und folgerichtig den Beschaffungsplänen synchronisiert. Ineffizienzen können so weitestgehend vermieden werden.

    Was sich in der Industrie schon lange bewährt hat, gestaltet nun auch das Management laufender Projekte bei HENSOLDT wesentlich effizienter und stärkt die Zusammenarbeit verschiedener Unternehmensfunktionen. Gemeinsam erarbeitete und optimierte, schlanke Prozesse bilden die künftige Basis für eine integrierte, digitale Implementierung des SCM. Dazu ist auch eine schrittweise Erweiterung und Ausweitung geplant, um die Erarbeitung der neuen Prozesse für das „HENSOLDT Management System“ (HMS) zu institutionalisieren. Daraus ergibt sich der zentrale Vorteil, das unternehmensweite SCM so skalieren zu können, dass es auch dem zukünftigen Wachstum gewachsen sein wird.

    2020 durch ein multifunktional besetztes HENSOLDT-Team erarbeitet, wird das neue SCM-Konzept nun in den verschiedenen Divisionen ausgerollt – insbesondere unter Berücksichtigung und Optimierung der Produktspezifika. Denn bereits die ersten Maßnahmen konnten kurz nach Einführung signifikante Erfolge erzielen und wirkten sich positiv auf das Nettoumlaufvermögen sowie den Cash-Bestand von HENSOLDT aus.

    Die Kunden

    Im Mittelpunkt stehen dabei die aktuellen Bedürfnisse der Kunden. Anhand monatlicher „End-to-End“ (E2E) Planungsrunden richten die Divisionen ihre Produktion strikt danach aus. Auch Daten zum Status der Produktion, zur Erfassung von Fehlbeständen oder zu Verschiebungen von Lieferungen bestimmter Auftragnehmer werden geteilt und mit KPIs hinterlegt. Ein digitales SCM-Cockpit hilft bei der Vermeidung unnötiger Lagerbeständige sowie der Einschätzung des „Work-in-progress“ (WIP).

    Die Produktion

    In der Produktion konnten so die Planung stabilisiert und die Anzahl von Fehlteilen deutlich verringert werden. Die notwendigen Produktionspuffer können stückweise abgesenkt werden und damit auch die Durchlaufzeiten verkürzt werden. Das Resultat: Das bei HENSOLDT gebundene Kapital verringerte sich, die Flexibilität stieg. Durch die Einbindung der Zulieferersysteme in diesen Prozess sollen nun die Durchlaufzeiten in der Produktion gemeinsam mit den Wiederbeschaffungszeiten der Zulieferer analysiert und weiter reduziert werden.

    Die Lieferanten

    Die Dynamik, mit der HENSOLDT heute Produkte auf den Markt bringt, fordert auch von den Lieferanten eine besonders hohe Flexibilität. Neu ausgehandelte Rahmenverträge bieten bei Bedarf die notwendige Anpassungsfähigkeit bei Abrufen zum Bedarfstermin. Die Anzahl dieser Verträge nimmt stetig zu und trägt so nicht nur zu einer Kultur der Just-in-Time Lieferungen, sondern auch zur schrittweisen Verminderung der Bestände bei.

    Das Resultat

    Der Erfolg gibt HENSOLDT recht: Denn durch die intensive Zusammenarbeit von Produktion, Lieferanten und Qualitätsmanagement verringerten sich auch die Wareneingangskontrollen, -prüfungen und -einlagerungen deutlich. Mit Einsparungen im hohen zweistelligen Millionenbereich lieferten die Maßnahmen des SCM im Jahr 2020 so nicht nur einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung des Cash-Bestands im Unternehmen. Auch die interdisziplinäre Kollaboration unterschiedlicher Fachbereiche wurde entscheidend gestärkt und sowohl die Flexibilität als auch die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens deutlich erhöht. Mit dem ambitionierten Ziel, weitere Cash-Potentiale im Umfang von mehreren Millionen Euro zu heben, sollen nun die SCM-Maßnahmen weiter ausgeweitet werden. Denn nur so kann mittelfristig der für die Umwandlung des eingesetzten Kapitals in liquide Mittel herangezogene Indikator der Geldumschlagsdauer auf die angestrebten 200 Tage gesenkt werden.

    Einkauf

    Einkauf

    Einkauf

    Zuverlässiger Partner für belastbare Beziehungen

    Das schnelle Wachstum bei HENSOLDT funktioniert nur mit Partnern, auf die man sich verlassen kann. Als wesentlicher Bestandteil des Supply Chain Managements verantwortet und steuert der Einkauf zentral den Projekteinkauf sowie alle direkten wie indirekten Warengruppen. Ein Schwerpunkt ist dabei auch die Auswahl und das Management der Lieferanten.

    Organisch und durch Übernahmen ist HENSOLDT in den vergangenen Jahren erfolgreich gewachsen. Die Produktpalette wurde kontinuierlich erweitert und auf dem Weg zum Systemanbieter werfen zahlreiche Großprojekte ihre sprichwörtlichen Schatten voraus. Die daraus resultierenden Herausforderungen für die Zulieferer können nur durch eine Partnerschaft auf Augenhöhe bewältigt werden.

    Strategische Kooperationen

    Das beginnt mit einer frühzeitigen und abteilungsübergreifenden Integration des Einkaufs in alle beschaffungsrelevanten Prozesse, damit dieser direkt mit den für das Projekt wesentlichen Bereichen im Unternehmen zusammenarbeitet. Entsprechend der alten Devise „Wissen ist Macht“ gelingt so die Etablierung als gern gesehenem internen sowie externen Partner. Im Verbund mit einem System bevorzugter Lieferanten entstanden so strategische Kooperationen, auf die Verlass ist. Ein strenges Bewertungssystem bildet dabei die Basis für einen flexiblen und vorausschauenden Einkauf. Risiken können minimiert werden – auch durch das frühzeitige Einbinden möglicher Alternativlieferanten.

    Dabei stellt der Einkauf von HENSOLDT die Sicherheit der Lieferkette durch gezielte Bewertung aller Lieferanten und deren Bedeutung für die Produktion sicher, in die auch Aspekte der Nachhaltigkeit und der konsequenten Einhaltung der Compliance einfließen.

    Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

    Hierbei legt HENSOLDT größten Wert auf ein für beide Seiten partnerschaftliches Verhältnis mit allen Lieferanten. Regelmäßige Planungsrunden schaffen Transparenz. Langfristige Kooperationen ermöglichen es den Lieferanten, gemeinsam mit HENSOLDT zu wachsen. Das zahlt sich aus. Sowohl im Hinblick auf die hohen Qualitätsansprüche als auch hinsichtlich der oftmals geforderten Flexibilität bei geringen Stückzahlen und kurzen Lieferzeiten.

    In Zukunft wird dabei aufgrund des schnellen Wachstums zunehmend die Frage an Bedeutung gewinnen, was und welche (Teil-) Produkte selbst produziert und welche eventuell fertig dazugekauft werden können. Das bietet den Lieferanten wie HENSOLDT Sicherheit und eröffnet neue Perspektiven, von denen am Ende alle profitieren.

    Digitali­sierung

    Digitalisierung

    Digitalisierung

    Digital ist das neue Normal

    Mit einem umfassenden und firmenweiten Digitalisierungsprogramm hat HENSOLDT bereits Ende 2019 eine Grundlage geschaffen, die sich im Pandemiejahr 2020 bewährte. Die digitale Agenda umfasst dabei nicht nur interne Prozesse, sondern bindet auch die Kunden und Services aktiv mit ein.

    Früher als viele andere Unternehmen hat HENSOLDT die Chancen erkannt, die sich aus der Digitalisierung ergeben. Das Ende 2019 gestartete Digitalisierungsprogramm hatte das erklärte Ziel, neue Produkte zu entwickeln, die Kundenbetreuung zu verbessern und neue interne Funktionen einzuführen. Derart vorausschauend zu planen, anstatt auf Krisen zu reagieren, bewährte sich einmal mehr im Pandemiejahr 2020. Denn HENSOLDT konnte sich schnell und flexibel auf die sich plötzlich veränderten Rahmenbedingungen einstellen.

    Das Programm

    Das HENSOLDT-Digitalisierungsprogramm umfasst mehrere Stufen. Den Beginn machte Anfang 2020 eine Bestandsaufnahme der digitalen Reife des Unternehmens. Nahezu 90 bestehende, digitale Initiativen belegten einen bereits beeindruckenden Ist-Zustand. Darauf aufbauend wurden innerhalb kürzester Zeit neue Ideen entwickelt und fast 200 zusätzliche, konkrete Anwendungsfälle definiert.

    Von der digitalen Kundenbetreuung und Wartung oder dem Aufbau einer digitalen Partnerlandschaft sowie eines Ökosystems reichten die Ideen über komplette End-to-End-Prozesse, das Technik- und Konfigurationsmanagement, die Fertigung und Logistik bis hin zu neuen vernetzten Produkten, Dienstleistungen und dem digitalen Arbeitsplatz.

    Die Krise

    Dann kam die Pandemie und belegte eindrucksvoll, wie unverzichtbar die Digitalisierung heute bereits geworden ist. Innerhalb kürzester Zeit konnte HENSOLDT eine stabile IT-Landschaft und die für die digitale Zusammenarbeit notwendigen Tools für die plötzlich in Mehrzahl aus dem Home Office arbeitenden Mitarbeiter bereitstellen.

    Neue Möglichkeiten der Fernwartung wurden eruiert und etabliert. Auch die HENSOLDT-Akademie verlegte fest eingeplante Präsenzschulungen in den virtuellen Raum. So erfuhr beispielsweise die kurzfristig virtuell durchgeführte Schulung der mit HENSOLDT LTR-400 IFF-Transpondern aufgerüsteten Helikopter der bulgarischen Luftwaffe von Kundenseite eine derart positive Resonanz, dass das neue digitale Format in Zukunft deutlich häufiger angeboten werden soll.

    Die Vision

    So hat die Pandemie viele, bereits geplante Projekte der digitalen Agenda von HENSOLDT deutlich beschleunigt. Gleichzeitig bleiben jedoch die Schlüsselelemente bestehen und werden nun in weiteren Stufen in allen Unternehmensbereichen implementiert.

    Auf funktionaler Ebene wird eine End-to-End-Messung der Projekt- und Produktleistung für mehr Transparenz sorgen. Eine fortschrittliche Analytik wird – auch mit Hilfe künstlicher Intelligenz – zur Automatisierung von Prozessen und zur Steigerung der Effizienz beitragen. Daten und die Möglichkeiten der Digitalisierung unterstützen zudem das Management bei der Planung und befähigen Mitarbeiter zu einer effektiven und verlustfreien Zusammenarbeit.

    Produktseitig eröffnen neue vernetzte und intelligente Lösungen neue Märkte und Marktchancen. Die effektive Nutzung von Produktdaten verbessert die Kundenorientierung und der eigene, besonders sichere Prozessor mit ebenfalls eigenem Betriebssystem von HENSOLDT Cyber garantieren eine weltweit einmalige Datensicherheit

    Mit enger Anbindung an und Unterstützung durch die Unternehmensführung hat die Digitalisierung bei HENSOLDT so 2020 nicht nur einen zusätzlichen Schub erhalten, mit ihrer mittel- und langfristigen Strategie wird sie auch zukünftig einen wesentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg liefern.